Gleichenfeier im neuen Austria-Stadion. Eine Bildreportage.

Das neue Stadion der Austria in Wien-Favoriten wächst schnell. Am Donnerstag lud der Verein zur Gleichenfeier. Eine Bildreportage.

Anläßlich der Gleichenfeier auf der Baustelle lud der FK Austria Wien am Donnerstag ins neue Horr-Stadions in Wien-Favoriten. Der Dachstuhl und der Rohbau des neu erbauten Stadions sind nun fertig, der traditionelle Baum am Dach war mit violetten Schals geschmückt.

Im Zuge des Projekts wurden die Westtribüne und die Nordtribüne völlig neu errichtet. Auf der Südtribüne gibt es ebenfalls umfangreiche Umbauarbeiten, auch alle Ecken des Stadions werden geschlossen. Nach seiner Fertigstellung im Frühjahr 2018 wird das Stadion im nationalen Bewerb eine Kapazität von 17.500 ZuschauerInnen haben, international werden es 15.000 sein (hier darf es keine Stehplätze geben). Die Austria will künftig alle Spiele bis zur Championsleague-Qualifikation im eigenen Stadion austragen.

Rund um das Stadion wird sich ebenfalls einiges verändern.  Die Austria errichtet Trainingsplätze und Akademie neu, neben dem Stadion entstehen das Wohnprojekt Viola Park und das neue Ballsportgymnasium, ein Kooperationspartner des Vereins. Bereits seit September fährt die U1 bis vor die Haustür. Zusätzlich ist im Gespräch, die Straßenbahn 67 auf einer neuen Linienführung hinter dem Stadion vorbei zu führen. Einzig, was mit der Freifläche Verteilerkreis Favoriten passiert, ist weiter unklar.

Violette Stadtentwicklung

Die Asfinag wollte dort ihre neue Zentrale errichten, was nun aber zurückgestellt wird. Von einer Entwicklung dieses Gebiets hängt auch der neue direkte Übergang von der U1 zum Stadion ab. Laut einem Austria-Verantwortlichen bei der Präsentation sei jedenfalls im Stadtentwicklungsplan vorgesehen, dass jeder Investor am Verteilerkreis auch die Brücke bauen müsse.

Sobald das Stadion fertig ist, ist die einzige noch offene Baustelle die Fansituation. Das bei den Fans ungeliebte Praterstadion hat den ZuschauerInnenschnitt der Austria nochmals gesenkt. Die Austria erwartet im eigenen Stadion relativ schnell einen Schnitt von rund 10.000 BesucherInnen, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Happel-Oval bedeuten würde.

Das hatte die Austria bereits in der Saison 2012/13 erreicht, damals lag der Schnitt bei 10.295 BesucherInnen. In dieser Saison wurde die Austria auch zum letzten Mal österreichischen Meister. Bereits zuvor war eine deutliche Steigerung gegenüber der Situation Mitte der 1990er erkennbar. (Hier eine Gesamtübersicht)

Ungelöste Fan-Probleme

Seit 2014 ist allerdings ein deutlicher Einbruch erkennbar, auch im alten Horr-Stadion kam die Austria trotz fußballerisch ansprechender Leistungen nie über 8000 BesucherInnen. Ein wesentlicher Faktor dafür dürfte die Entwicklung der Fan-Szene sein. Die Probleme mit Rechtsextremen in der Austria-Kurve sind weiterhin ungelöst, immer noch können sich diese in der Kurve offen bewegen und agitieren.

Gleichzeitig wird allerdings die Fanszene der Austria immer kleiner, viele kehren der sogenannten Szene den Rücken, gehen nicht mehr im Stadion oder wechseln den Standplatz. Auch die Rechtsextremen verlieren dadurch an Einfluss. Mehr zur Fanszene der Austria könnt ihr in einem ausführlichen Beitrag von mir hier lesen.

 

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