Nationalisten haben eine 1. Mai-Kundgebung in Wien angegriffen

Bild: Hans Breuer. Mit freundlicher Genehmigung.

Eine linke Kundgebung am 1. Mai in Wien-Favoriten ist von türkischen Nationalisten angegriffen worden.

Im traditionellen Wiener ArbeiterInnenbezirk Favoriten haben am 1. Mai mehrere linke Organisationen eine gemeinsame Mai-Kundgebung abgehalten. Eine Gruppe von rund 30 bis 40 türkischen Nationalisten und Faschisten hat die Kundgebung am Freitagnachmittag angegriffen. Das berichten die Föderation der Arbeiter*innenvereine in Österreich (DIDF) sowie mehrere AugenzeugInnen. Die Polizei bestätigt einen Einsatz.

Aufgerufen zur Kundgebung hatten neben der DIDF die Junge Linke (JL), KPÖ Plus, KPÖ Wien sowie der Gewerkschaftliche Linksblock (GLB). Die DIDF spricht von einer „Gruppe von 30-40 islamo-faschistisch Gesinnten, die sehr gut miteinander vernetzt, sehr aggressiv und gewaltbereit waren“. Diese hätten den Keplerplatz, den Ort der Kundgebung auf der Favoritenstraße, buchstäblich umzingelt.

Braune Wölfe im Schafspelz

Einige von ihnen hätten offensiv erklärt, dass sie Anhänger der faschistischen Partei „Graue Wölfe/MHP“ seien. Vor allem hätten sich die Angreifer daran gestört, dass am Veranstaltungsort Alkohol konsumiert sowie kurdische Musik gespielt wurde, wie die DIDF erklärt.

Die Grauen Wölfe sind eine gefährlich faschistische Organisation, die in der Türkei gemeinsam mit der AKP an der Regierung ist. Die beiden Parteien wachsen dabei auf Basis einer religiös-nationalistischen Ideologie politisch immer mehr zusammen.

Laut Darstellung der DIDF hätten die Faschisten die Kundgebung rund zwei Stunden umringt und immer wieder rassistische Äußerungen von sich gegeben. Die Landespolizeidirektion Wien bestätigt mir gegenüber einen Einsatz am Keplerplatz. Ein „befürchteter und wahrscheinlicher Zusammenstoß mit Demo-Teilnehmern“ sei „durch eilig hinzugezogene Polizeikräfte hintangehalten“ worden, so Sprecher Paul Eidenberger.

Favoritner Impressionen

Auch der linke Aktivist und Sänger Hans Breuer wurde Zeuge der Ereignisse. Die Nationalisten hätten sich „sehr lautstark und aggressiv“ verhalten. Er kritisiert, dass es „leider auch in Wien Menschen gibt, die glauben, sie könnten ihren anti-kurdischen Rassismus offen ausleben“. Doch Breuer stellt fest: „Favoriten ist für alle Sprachen und Kulturen offen.“

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