Die Gedenkstätte Wien-Aspangbahnhof in Bildern

Im NS-Regime wurden 47.035 Menschen vom Wiener Aspangbahnhof deportiert. Nur 1073 Menschen überlebten die Torturen des NS-Terrors. 2017 wurde endlich eine Gedenkstätte eingeweiht. Eine Bildreportage.

Insgesamt 47 Transporte verließen in den Jahren 1939, 1941 und 1942 den Bahnhof Wien-Aspern. Vor allem Juden und Jüdinnen wurden mit den Zügen deportiert, dazu kamen andere Opfergruppen des rassischen NS-Terrors, etwa Roma und Romnija. Die meisten dieser Menschen wurden in den KZ´s der Nazis ermordet, vor allem in Auschwitz und Treblinka.

Der Bahnhof lag direkt am Rennweg, einer wichtigen Durchzugsstraße. Die AnwohnerInnen des umliegenden Viertels müssen die Deportationen gesehen haben. Es ist ein klarer Hinweis, dass die Menschen im NS-Regime zwar vielleicht nicht genau wussten, was mit ihren deportierten NachbarInnen geschah – aber von den Deportationen selbstverständlich wussten.

Gleichzeitig kann das Wissen natürlich nicht automatisch mit einer Zustimmung gleichgesetzt werden. Gerade dieses Viertel des Bezirks Landstraße und der angrenzende Bezirk Simmering waren Bastionen der linken ArbeiterInnenbewegung, wo viele Menschen mit dem Widerstand gegen den NS-Terror sympathisierten. Viele andere aber wussten nicht nur, was am Bahnhof geschah, sie unterstützten die Mordmaschine der Nazis auch. Mehr zur Geschichte des Bahnhofs und den Opfern der Deportationen findet ihr hier.

Viele Jahren kämpften Opferverbände sowie AntifaschistInnen für ein würdiges Mahnmal für die Deportierten am Aspangbahnhof. Denn jahrelang erinnerte nur ein kleiner und unscheinbarer Gedenkstein an die Ermordeten. Erst 2017 und im Zusammenhang mit einer Neugestaltung des Areals konnte das endlich erreicht werden. 2018 besuchte ich im Rahmen einer Führung anläßlich des Welt-Roma-Tages, dem 08.04., das Denkmal am Aspangbahnhof.

Das Denkmal symbolisiert die immer enger werdenden Schienen, die in einen dunklen Tunnel des Nichts führen. Es ist beklemmend – und gleichzeitig hat es eine eindeutige Botschaft für die Nachgeborenen: Niemals vergessen!

 

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