Die Kriminalität in Österreich sinkt, während Rechte Unsicherheit verbreiten

Die Kriminalität in Österreich sinkt seit Jahren, auch 2018 ist ein neuer Rückgang zu verzeichnen – trotz laufend steigender Bevölkerung und der Hysterie über geflüchtete Menschen.

Erstmals seit 20 Jahren gab es 2018 sogar unter 500 000 Anzeigen pro Jahr. Konkret waren es 472 981 Anzeigen – gegenüber 2017 ist das ein sattes Minus von 7,4 %. Noch deutlicher wird die Entwicklung im Vergleich zu 2009: Damals gab es noch fast 590 000 Anzeigen. Damit sind die Anzeigen im Verlauf von neun Jahren um ein Fünftel gesunken. Die neuesten Zahlen hat das Innenministerium bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien bekannt gegeben.

Besonders eindeutig ist der Vergleich zum Vorjahr bei mehreren Delikten, die für die Bevölkerung besonders auffällig sind, etwa Eigentum und Gewalt. Beim Delikt Diebstahl sind im Vergleich zu 2017 minus 12,4 % Anzeigen zu verzeichnen, beim Bereich Einbruchsdiebstahl sogar minus 20,3 %. Ebenfalls Rückgänge gibt es bei den Körperverletzungen, hier sind es minus 9 %.

Im Gegenzug ist die Aufklärungsrate enorm gestiegen. Wurden 2009 noch 39,8 % aller Delikte aufgeklärt, sind es 2018 bereits 52,5 % aller Delikte. Auffällig ist der Rückgang auch in Wien. Hier wurde die niedrigste „Kriminalitätsbelastung“ seit 19 Jahren verzeichnet.

Höhere Anzeigebereitschaft

Leicht gestiegen sind die Anzeigen wegen Vergewaltigung, sexueller Belästigung und öffentlichen geschlechtlichen Handlungen. Hier muss allerdings berüchtigt werden, dass gerade bei diesen Delikten seit Jahren das sogenannte Dunkelfeld kleiner werden dürfte. Das bedeutet, dass mehr Delikte auch angezeigt werden und damit vom „Dunkelfeld“ ins sichtbare „Hellfeld“ wandern.

Insgesamt warnt die Ursula Kussyk vom Verein Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen aufgrund der hohen Dunkelziffer gerade bei Übergriffen durch (Ex-Partner) vor Rückschlüssen von Anzeigen auf die Zahl der Fälle: „Man muss mit Rückschlüssen aus den Zahlen wirklich sehr vorsichtig sein.“ Was aber sicher stimme, sei die positive Auswirkung auf den Umgang mit dem Thema durch die #metoo-Debatte. „Das hat in den Frauen und in der Gesellschaft etwas bewirkt, die Diskussion in den Sozialen Medien über sexuelle Gewalt und Belästigung und dadurch zu sehen, wer betroffen und wer Täter ist.“

Die tatsächliche Kriminalität dürfte dabei in weiten Bereichen nochmals deutlich stärker sinken als die Anzeigen. Denn internationale Untersuchungen legen nahe, dass insgesamt die Anzeigebereitschaft – und damit das Hellfeld – deutlich steigt.

Rechte Hetze geht ins Leere

Für den Boulevard und die politische Rechte sind das natürlich schwierige Zeiten. Einerseits möchte sich das FPÖ-geführte Innenministerium Rückgänge der Kriminalität auf die eigenen Fahnen heften. Andererseits ist das Geschäft der Rechten wesentlich eines mit der Unsicherheit und der Angst der Bevölkerung.

Doch trotz aller Hetzversuche, nicht zuletzt in Hinblick auf die Ankunft geflüchteter Menschen, sinkt die Kriminalität weiter. Das sind die Zahlen, das sind die Fakten. Sie sind eindeutig.

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