Eine globale Medienmaschine des Rechtsextremismus

Bild: Schwedische Neonazis, News Oresund https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

Rechtsextreme Internet-Seiten in Schweden sind auf dem Vormarsch. Spuren führen nach Russland, in den Deutschen Bundestag, ins Weiße Haus, zu einem Berliner Automobil-Konzern – und auch nach Österreich.

Extrem rechte Seiten aus Schweden werden immer öfter global von rechtsextremen Portalen zitiert. In Schweden gehören diese einschlägigen Pages mittlerweile zu den größten Seiten des Landes. Die Verbindungen dieser schwedischen Seiten reichen dabei bis in den Deutschen Bundestag.

So arbeitete Manuel Ochsenreiter, einer der Autoren, bis vor Kurzem für Markus Frohnmaier, Abgeordneter der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD), wie die New York Times in einer jüngst erschienenen Recherche schreibt. Frohnmaier ist kein Unbekannter.

In der Präsidialverwaltung von Wladimir Putin soll ein Strategiepapier kursieren, wo Frohmaier, bis 2018 Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation, als „unter absoluter Kontrolle stehender Abgeordneter“ bezeichnet wurde. Das hat der Spiegel im April 2019 berichtet.

Russland-Connection

Die schwedischen Seiten sind dabei sowohl im Inland wie international mittlerweile enorm einflussreich. Zwei dieser Seiten, Samhallsnytt (Neuigkeiten der Gesellschaft) und Nyheter Idag (Neuigkeiten des Tages), wurden mit Hilfe der Schwedendemokraten aufgebaut, der großen rechtsextremen Partei in Schweden, vergleichbar mit der FPÖ, der AfD oder der schweizerischen SVP. Im Wahljahr 2018 waren diese beiden Seiten gemeinsam mit einer dritten, Fria Tider (Freie Zeiten), unter den zehn Internet-Seiten in Schweden, deren Inhalte am meisten geteilt wurden., wie die NYT schreibt.

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Auffallend ist die enorme Nähe und positive Berichterstattung der schwedischen Seiten über die russische Regierung unter Wladimir Putin – zweifellos kein Zufall. Russland unterstützt mit enormen Summen die internationale extreme Rechte. Erst jüngst wurden Kontakte von Italiens Lega Nord nach Moskau bekannt, wo es um mögliche Finanzierungen für die rechtsextreme Lega des italienischen Innenministers Matteo Salvini ging. Es geht dabei nach bisher bekannten Berichten um rund 65 Millionen Dollar.

Auch die FPÖ hat beste Beziehungen nach Moskau. Die Freiheitlichen haben seit Dezember 2016 sogar ein offizielles Kooperationsabkommen mit der Putin-Partei „Einiges Russland“. Im Ibiza-Video berichtet Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von vielen russischen Freunden, „alles gute Typen, die haben ja Kohle ohne Ende, (…) die kennen uns ja und die lieben uns“. Das berichtet die Süddeutsche.

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Im Video sagt Strache laut SZ auch, dass er bereits seit 2005 Kontakt mit Maxim Schewtschenko habe, „der damalige persönliche Berater von Putin“. Dann habe er einen Plan entworfen, „wie wir strategisch zusammenarbeiten“.

Spuren ins Weiße Haus – und nach Österreich

Die schwedischen Seiten werden auch gerne von der internationalen Rechten zitiert, unter anderem aus den USA. Unter den Pages, die auf alle vier großen schwedischen rechtsextremen Portale verweisen, ist auch das Gatestone Institut, schreibt die NYT. Dessen Vorsitzender war bis letztes Jahr John R. Bolton, inzwischen der nationale Sicherheitsberater von Donald Trump.

Wichtige Inserate für mindestens sechs der einschlägigen schwedischen Seiten kommen von Autodoc, einem Konzern mit Sitz in Berlin, der 2018 nach eigenen Angaben über 400 Millionen Euro Umsatz gemacht hat. Die Eigentümer stammen laut NYT ebenfalls aus Russland und der Ukraine. Autodoc soll auch Inserate auf rechtsextremen Seiten in Deutschland, Ungarn und Österreich schalten.

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