Neonazis beim Spiel Slovan vs Rapid Wien

Neonazis der Gruppe „Unsterblich“ nützten das Spiel von Slovan Bratislava gegen Rapid Wien am Donnerstag als Bühne für ihre Ideologie.

Eine Reichskriegsfahne in den Farben der Wiener Austria, dazu das Wappen des Vereins und die Aufschrift „Unsterblich“. Diese Fahne präsentierten Neonazis am Rande des Spiels von Slovan Bratislava gegen Rapid Wien.

Die politische Provokation kommt nicht unerwartet. Die Kurve von Slovan ist bekannt für ihre rechtsextreme Ausrichtung, ekelhafter Höhepunkt war 2015 ein Banner, wo geflüchtete Menschen ins Konzentrationslager Auschwitz geschickt werden sollten.

Bereits seit Jahren weichen auch Neonazis aus dem Anhang der Wiener Austria verstärkt zu Spielen ihrer „Brüder“ von Slovan Bratislava aus. Hintergrund ist, dass die Austria 2013 die Gruppe Unsterblich zum unerwünschten Fanclub erklärt hat und bei Heimspielen die Banner der Gruppe auch unterbindet. Doch auch andere rechte Gruppen aus dem Milieu der Austria besuchen gern Spiele von Slovan.

Eine enge Zusammenarbeit gibt es vor allem mit der führenden Austria-Fangruppe Fanatics. Auch deren Banner hängt regelmäßig bei Spielen von Slovan. Ausführlich beschrieben habe ich die Problematik in diesem Artikel für FM4.

Bereits im Vorfeld des Spiels hatten zahlreiche Medien über mögliche Neonazi-Provokationen beim Spiel berichtet und mich dazu interviewt. Hier etwa mein Gespräch mit der APA im Kurier. Auch der ORF Wien Heute hat mich interviewt, leider aber vor allem die Gewaltebene betont, nicht die politische Brisanz. Ebenfalls unter den Tisch fiel, dass ich auch erklärt hatte, dass ich nicht vermute, dass es am Spieltag zu großen Auseinandersetzungen kommen wird. Schließlich gab es einerseits ein enormes Polizeiaufgebot, vor allem aber fuhren die Rapid-Fans im Konvoi direkt zum Auswärtssektor des Stadions und dann wieder zurück.

Unsterblich-Neonazis weichen in die Slowakei aus

Auf Seite von Rapid waren im Stadion selbst keine politischen Provokationen zu erwarten. Innerhalb der aktiven Fanszene von Rapid gibt es keine offen rechts auftretenden Gruppen, die führenden Gruppen der Szene unterbinden das auch. Gleichzeitig gibt es aber sehr wohl Verbindungen mit problematischen Fanszenen und – gruppen. Mehr in meinem Artikel für FM4. Beim Derby im Oktober 2015 konnte etwa auch eine Südstaaten-Fahne in Grün-Weiß im Stadion hängen. Dennoch sind die Probleme bei der Austria nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ gegenwärtig auf einem komplett anderen Niveau.

Eine generelle Entwarnung für das Rückspiel in Wien kann noch nicht gegeben werden. Durchaus realistisch ist aber, dass aufgrund des großen medialen Interesses und der starken Polizeipräsenz Auseinandersetzungen eher innerhalb der Szene und abseits der Öffentlichkeit gesucht werden.

Wie brauchbar sind Austria- und Rapid-Statements zu Rechtsextremismus?

Gefragt ist aktuell also vor allem die Austria. Naturgemäß kann sie das Auftreten einzelner Personen in den Vereinsfarben im Ausland nicht unterbinden. Doch wichtig wäre, dass der Verein klare Worte nicht nur zu Unsterblich findet, sondern generell zu Rassismus und allen Formen der Diskriminierung. Das müsste auch in einer Form verbreitet und klargemacht werden, die dem Ausmaß des Problems entspricht. Dazu gehört auch, dass Verhältnis zur Fangruppe Fanatics einer intensiven Prüfung zu unterziehen.

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