Der WWF bestätigt schwerste Verbrechen im Umfeld seiner Nationalparks

Bild: heiwa4126, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Der WWF gibt nun zu, dass es zahlreiche Morde und Vergewaltigungen rund um Nationalparks der Organisation gab.

Morde, Gruppen-Vergewaltigungen und Folter. All diese Verbrechen sollen Wildhüter in Afrika und Asien im Umfeld von Projekten der Umweltschutzorganisation WWF begangen haben. Das Online-Magazin Buzzfeed hat diese Verbrechen ab 2019 in einer Serie unter dem Titel „Der geheime Krieg von WWF“ aufgedeckt. (Die gesamte Serie könnt ihr auf Englisch hier lesen).

Nun bestätigt sogar eine Kommission, die der WWF selbst eingesetzt hat, den Großteil dieser Verbrechen. Das gab die Organisation am Dienstag in einer Online-Pressekonferenz bekannt. Der Bericht der Kommission bestätigt viele der Vorwürfe und legt dem WWF zur Last, auf diesbezügliche Hinweise mit großem Verzug reagiert zu haben. Geleitet wurde die Komission von der Richterin und früheren UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay.

Vorwürfe unter den Teppich gekehrt

Der Pillay-Bericht bestätigt die Vorwürfe, zugleich schlussfolgert das Dokument: „Der WWF hat seine menschenrechtlichen Verpflichtungen in Hinblick auf die Aktivitäten, die er im Salonga-Nationalpark unterstützt, nicht erfüllt.“Im Salonga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo hatten Ranger laut Buzzfeed schwangere Frauen gruppenweise vergewaltigt, Männer und Frauen wurden gefoltert. Mindestens zwei Menschen wurden ermordet.

Ranger im Salonga National Park. Bild: Terese Hart, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/

WWF-Personal war zwar nirgends direkt involviert, doch die Vorwürfe gegen die Wildhüter seien zunächst unter den Teppich gekehrt und dann verspätet untersucht worden. „Der WWF hat keine wirksamen Maßnahmen ergriffen, um die mutmaßlichen Missbräuche zu verhindern, darauf zu reagieren und sie zu beheben“, heißt es wörtlich in einer Stellungnahme zum Bericht.

Denn der WWF sei bereits im Mai 2018 erstmals durch einen Brief der Rainforest Foundation UK (RFUK) über Fälle von Vergewaltigung und Mord im Salonga-Park informiert worden. Wächter arbeiteten weiter im Park, obwohl seit Jahren bekannt war, dass sie Beschuldigte in Fällen von Mord und Vergewaltigung waren.

[Du kannst das folgende Banner wegklicken und danach weiterlesen. Du kannst über das Banner auch sehr gern künftige Recherchen mit Meinung und Haltung unterstützen.]

Viele weitere Fälle

„Wir erkennen unsere Verantwortung an“, sagt WWF-Generalsekretär Lambertini am Dienstag. „Es erfüllt uns mit Trauer, dass Menschen leiden mussten.“ Hier ist damit allerdings nur von einem Nationalpark die Rede, Buzzfeed berichtete weit umfassender. Das Online-Magazin schrieb etwa auch über einen Mord im Chitwan National Park in Nepal oder die Folterung eines elfjährigen Jungen vor seinen Eltern in einem WWF-finanzierten Nationalpark in Kamerun.

Der Trauzeuge

Auch der umfangreiche Bericht der Komission nennt zahlreiche Fälle von Vergewaltigungen, Mord und Folter. (Auf Englisch ist er hier verfügbar). Die aktuelle Stellungnahme des internationalen WWF wird auch auf der Seite des WWF Österreich aufgegriffen. Dort wird allerdings primär berichtet, was der WWF inzwischen angeblich bereits alles getan hätte. Dazu heißt es: „Der WWF Österreich ist selbst nicht in den Projekten tätig, die von der Kommission untersucht worden sind.“ Doch das ist viel zu einfach: Der WWF ist eine internationale Organisation, damit gibt es auch internationale Veranwortung.

In Österreich arbeitet der WWF übrigens auch mit zahlreichen Firmen zusammen und erlaubt diesen, Werbung mit dem Logo der Organisation zu machen. Darunter sind etwa ÖBB, Hofer, Ikea, der Getränkehersteller Vöslauer/Ottakringer, die Allianz-Versicherung oder der Strache-nahe Wärmepumpen-Unternehmer Karl Ochsner. All das ist auf der Page des WWF auch zu finden. Ein Bekenntnis zur Übernahme der Verantwortung für die zahlreichen Verbrechen findet sich dort allerdings nicht.

(Quellen: Agenturen, Buzzfeed, WWF)

_____________________

Ich hätte eine Bitte an Dich!

Die Artikel auf dieser Seite sind ohne Paywall für alle Menschen frei lesbar – und es wird hier auch niemals eine Paywall geben. Alle Menschen sollen die Inhalte auf dieser Seite lesen können, egal, wieviel Geld sie haben. Damit das möglich bleibt, brauche ich Deine Hilfe!

Wenn Du meine Projekte gut findest, wenn Dir diese Arbeit etwas wert ist – dann bitte ich Dich um Deine Unterstützung! Besonders freue ich mich, wenn Du meine Arbeit monatlich unterstützen möchtest. Nur so kann ich planen und diese Arbeit professionell fortsetzen!

Schon ab 5 Euro im Monat kannst Du einen wichtigen Beitrag leisten – Damit noch mehr Menschen Journalismus mit Meinung und Haltung lesen können.

• Spendenkonto – monatlich/einmalig:

IBAN: AT64 1420 0200 1026 2551
BIC: BAWAATWW
Easy Bank, 1100 Wien
Kontoinhaber: Michael Bonvalot
(Bitte die Mailadresse als Verwendungszweck, damit ich Dich bei technischen Fragen erreichen kann!)

• Kreditkarte und Paypal – monatlich/einmalig:

• Steady – monatlich: Klick hier für Steady!
[Steady zieht hohe Gebühren ab, Bank/Paypal ist daher besser, wenn es Dir möglich ist!]

• Patreon – monatlich: Klick hier für Patreon!
[Patreon zieht hohe Gebühren ab, Bank/Paypal ist daher besser, wenn es Dir möglich ist!]

Vielen Dank für Deine Unterstützung!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen