Manager eines US-Konzerns sollen gewettet haben, wie viele ArbeiterInnen Corona bekommen

Lebensmittelfabrik von Tyson. Bild: Corey Coyle, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en

Die ManagerInnen von Tyson Foods haben die Fabrik während eines Corona-Ausbruchs bewusst offen gelassen. Mindestens 6 ArbeiterInnen sind gestorben.

Als das neuartige Corona-Virus sich im April auch in einer Fleischfabrik des US-Lebensmittelriesen Tyson Foods im US-Bundesstaat Iowa verbreitet, halten die ManagerInnen nicht nur die Fabrik offen. Sie organisieren gleichzeitig auch interne Wetten, wie viele ArbeiterInnen sich mit dem Virus infizieren würden. Das berichtet die Washington Post am Donnerstag.

Mehr als 1000 KollegInnen hatten sich in diesem Ausbruch bis Anfang Mai infiziert und wurden positiv getestet, Isidro Fernandez und fünf andere ArbeiterInnen sind sogar gestorben. Der Sohn von Fernandez, Oscar Fernandez, hat den Konzern daraufhin geklagt. Laut der Klage haben die ManagerInnen des Konzerns die Verbreitung des Virus nicht nur nicht verhindert. Sie haben das tödliche Risiko auch noch in eine Wette verwandelt.

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Laut der Klage hat einer der Werksleiter eine Der-Gewinner-kriegt-alles-Wette für die ManagerInnen und SupervisorInnen organisiert. Gewettet werden konnte darauf, wie viele ArbeiterInnen positiv auf COVID-19 getestet würden. Viele der KollegInnen in der Fabrik kommen laut einem Videobericht der Post ursprünglich aus Mexiko, Zentralamerika und Afrika – ihr Leben war für die wohl tendentiell eher weißen ManagerInnen scheinbar höchstens Grund für eine lustige Wette. Tyson Foods verweigert eine Stellungnahme zu den Vorwürfen.

Offizielle Stellen hatten bereits Mitte April vor der Situation in der Fabrik gewarnt. Der regionale County Sheriff Tony Thompson etwa berichtete dem Des Moines Register über die Arbeitsbedingungen: „Wir gingen durch die Fabrik und einige Leute trugen selbstgemachte Masken, einige trugen Tücher und einige trugen überhaupt nichts.“ Die ArbeiterInnen hätten Ellbogen an Ellbogen gearbeitet. Die Firmenleitung sei „nur um die Produktivität in diesem Werk besorgt“, so Thompson.

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Die Community-Organisatorin Cladys Cox vom „Center for Rural Affairs“ erzählt, dass die ArbeiterInnen eine SMS erhalten hätten, dass sie einen 30-Dollar-Bonus bekämen, wenn sie zur Arbeit erscheinen würden. Eine Vertreterin der Beschäftigten hätte gesagt: „Sie sind nicht verpflichtet zur Arbeit. Sie müssen nicht zur Arbeit kommen. Aber wenn sie nicht zur Arbeit gehen, haben sie kein Essen. Wenn sie nicht zur Arbeit kommen, können sie ihre Familien nicht ernähren und die Miete nicht zahlen.“

Tyson ist ein Milliardenkonzern

Tyson Foods ist mit rund 140.000 MitarbeiterInnen einer der weltgrößten Fleischverarbeiter und damit auch einer der hundert größten Konzerne in den USA. Er beliefert unter anderem McDonalds, Burger King oder Kentucky Fried Chicken. Der Konzern ist auch bekannt für seine umfangreichen religiösen Aktivitäten.

Zeitweise konnten auf der Firmenseite sogar Gebetsbücher heruntergeladen werden. Gleichzeitig ist der Konzern bekannt für seine miesen Arbeitsbedingungen. Laut einem Oxfam-Report aus dem Jahr 2016 wurden den ArbeiterInnen Toilettenpausen verweigert, sie mussten stattdessen Windeln tragen und sich im Stehen am Fließband entleeren.

Der Eigentümer des Konzerns, John H. Tyson, steht auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Er besitzt ein Vermögen von über zwei Milliarden Dollar.

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