“Bürglkopf schließen – Abschiebungen stoppen”

Mehrere Straßenzüge in Innsbruck wurden am Samstag von linken AktivistInnen blockiert. Mit dieser Aktion wollten die AktivistInnen auf die prekäre Situation im Tiroler Flüchlingslager Bürglkopf aufmerksam machen.

Zunächst besetzten rund 15 AktivistInnen mit Einkaufswägen, Säcken und Transparenten den Innrain, wie Aktivistin Clara* erzählt. Ihren Namen habe ich auf ihren Wunsch geändert. Eine weitere Menschenkette sei kurz danach bei der Innbrücke gebildet worden. „Insgesamt waren rund 50 Menschen bei unserer Aktion beteiligt“, erzählt mir Clara. „Wir wollen damit vor allem auf die katastrophalen Zustände im Lager Bürglkopf aufmerksam machen“, sagt sie.

Die Menschen in diesem Lager in Fieberbrunn nahe Kitzbühel wären komplett isoliert und dürften das Gelände nicht verlassen. Dazu müssten die Menschen trotz Pandemie weiter dicht aneinandergedrängt in Mehrbettzimmern schlafen.

„Wir brauchen Druck. Es ist eine humanitäre Katastrophe.“

Die AktivistInnen nehmen aber nicht nur die Situation am Bürglkopf ins Visier. „In so gut wie jedem Lager herrschen menschenunwürdige Zustände“, sagt Clara. Sie erwähnt etwa die Situation in den Camps in Bosnien, wo Menschen bald erfrieren könnten oder die Lage in Moria, wo Kinder von Ratten gebissen werden. Die AktivistInnen fordern, all diesen Menschen sofort ein sicheres Zuhause zu geben.

Kessel und Festnahmen

Zu Beginn hätte sich die Polizei bei dem Blockaden noch weitgehend zurückgehalten. Doch nach einer spontanen Demonstration durch die Altstadt sei der Demonstrationszug schließlich vor dem Innsbrucker Wahrzeichen Goldenes Dachl von der Polizei gekesselt worden.

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Clara sowie die linke Innsbrucker Stadtplattform aibk.org berichten übereinstimmend von insgesamt zehn Festnahmen. Über das Verhalten der Innsbrucker Polizei ist Clara empört. Es sei zuerst verhandelt worden, dass die Personen im Kessel gegen Nennung ihre Identität den Platz verlassen könnten.

Festnahme vor dem Goldenen Dachl

Dennoch seien dann zehn AktivistInnen festgenommen worden. Die Innsbrucker Polizei schreibt auf meine Anfrage, dass es „insgesamt 9 vorübergehende Festnahmen“ gegeben hätte. Es seien „mehrere Anzeigen wegen Übertretungen nach der Straßenverkehrsordnung erstattet“ worden.

Clara hält die Aktion dennoch für wichtig und notwendig: „Solange die brutale Abschiebepolitik der EU-Staaten fortgesetzt wird, werden wir auch auf die Straßen gehen.“

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