Die Industriellenvereinigung bläst zum Generalangriff

Bild: Michael Bonvalot

Die Corona-Krise hätte gezeigt, dass mit der Hälfte der Belegschaften immer noch 84 Prozent der Wirtschaftsleistung zu erzielen sei. Dazu will die Industriellenvereinigung auch noch im Gesundheitswesen sparen!

Die durch den Corona-Lockdown erzwungenen Maßnahmen hätten in Österreich „ungewollt gigantische Rationalisierungseffekte aufgezeigt“. Das sagt Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung (IV) bei einer Mitgliederversammlung in Klagenfurt. Sogar die knapp 50 ZuhörerInnen „staunten nicht schlecht“, heißt es im Bericht der IV Kärnten vom 17. September. Update: Der Bericht ist inzwischen nicht mehr aufrufbar – er wurde kurz nach Erscheinen meines Artikels offline genommen.

„Die wohl überraschendste Erkenntnis aus der Pandemie“ sei, „dass man offenbar auch mit der Hälfte der Belegschaft der Unternehmen imstande sei, 84 Prozent der Wirtschaftsleistung zu generieren“. Das behauptet der IV-Chefökonom bei der regionalen Mitgliederversammlung vor den versammelten Kärntner Industriebossen.

Indem Helmenstein daraus „gigantische Rationalisierungseffekte“ ableitet, gibt er die klare Stoßrichtung der Industriellenvereinigung vor: Die Unternehmen könnten ihre Profite weiter steigern, indem sie massiv Personal entlassen – und gleichzeitig wohl den Arbeitsdruck auf die verbliebenen Beschäftigten drastisch erhöhen.

Wohin die Richtung geht, zeigen dann Helmensteins Rezepte zur „Bewältigung der Krise“. Der Chefökonom der Industriellenvereinigung fordert Ausgabenkürzungen. Besonders zentrale Ausgaben des Staates sind der Sozialbereich, die Bildung, die Infrastruktur, Pensionen und Gesundheit. Wenig überraschend will Helmenstein auch keinesfalls höhere Steuern für Unternehmen. Und dann kommt der nächste Hammer.

Kürzungen im Gesundheitswesen

Als einen für Ausgabenkürzungen prädestinierten Bereich nennt Helmenstein das Gesundheitswesen. Es ist sogar der einzige Sektor, der im Bericht der Industriellenvereinigung explizit genannt wird. Sogar mitten in der Corona-Krise fordert die Industriellenvereinigung also weitere Kürzungen im Gesundheitswesen.

Fassen wir die angeblichen Lösungen der Industriellenvereinigung zusammen:

  • Die Corona-Krise hätte Rationalisierungseffekte aufgezeigt
  • Die Hälfte der Belegschaften wäre für 84 Prozent der Wirtschaftsleistung gut – so könnten Unternehmen wesentlich mehr Profite machen
  • Der Staat soll weiter bei den Ausgaben kürzen
  • Der Staat soll weiter bei der Gesundheit kürzen
  • Die Profite der Unternehmen dagegen sollen keinesfalls mit Steuern belegt werden

Das ist ein scharfer Generalangriff auf die große Mehrheit der Bevölkerung in Österreich.

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