Facebook löscht die vermeintliche Seite der Strache-Partei

Vor wenigen Tagen hatte ich aufgedeckt, dass die Seite tatsächlich ein linkes Satire-Projekt war. Nun hat Facebook reagiert und die Seite offline genommen.

Und auf einmal ist die Seite nicht mehr aufrufbar. Am 6. Oktober hatte ich exklusiv berichtet, dass eine vermeintliche Facebook-Seite der Strache-Partei in Wirklichkeit ein linkes Fake-Projekt ist. Nun hat Facebook die Seite offline genommen, sie ist nicht mehr aufrufbar. Statt der Seite kommen nur noch die Worte „Dieser Inhalt ist derzeit nicht verfügbar“.

Die Seite war zuvor monatelang online. Zu Beginn der Tätigkeit der „Allianz für Österreich“, dem späteren Team Strache, war es sogar die einzige (vermeintliche) Facebook-Seite der Partei. Das ist auch dem Administrator der Fake-Seite aufgefallen, wie er mir erzählt hat: „Als im Dezember 2019 die neue Strache-Partei gegründet wurde, waren dort offensichtlich totale Dilettanten am Werk. Die hatten nicht einmal eine Facebook Seite reserviert, als sie in die Öffentlichkeit gegangen sind. Da dachte ich mir, das könnte ja ich übernehmen.“ Hier könnt ihr mein Interview mit dem Macher der Seite lesen.

Die Facebook-Seite der Strache-Partei wird in Wirklichkeit von Linken gemacht

Zuletzt folgten der Seite über 3400 Personen – sogar die offizielle Seite der Partei hat kaum mehr als doppelt so viele Follower. Ausgespielt wurden über die Seite vermeintlich echte Inhalte, die aber teilweise satirisch überhöht wurden. So wurde etwa der Vornahme von Strache falsch als „Hans-Christoph“ geschrieben oder Fans wurden auf „drei Bier“ eingeladen. Drei Bier bestellt – das war die absurde Ausrede von Strache, als Bilder von ihm auftauchten, die ihn mutmaßlich beim „Kühnengruß“ der Neonazi-Szene zeigen.

Das vermeintliche „Team HC Strache“ postete gar: „Ibiza: Schnee von gestern“ – diese Satire wurde allerdings kurz danach von der Wirklichkeit überholt, als Ibiza-Co-Videostar Johann Gudenus selbst mit genau diesen Worten in die Öffentlichkeit ging, nachdem ein Bild von ihm beim mutmaßlichen Drogenkonsum aufgetaucht war.

Bild und Fotomontage: Michael Bonvalot

Die Seite war zwar explizit in der Kategorie „Satire“ gelistet, doch offensichtlich hat Facebook das in diesem Fall nicht anerkannt. Öffentlich hat sich die echte Strache-Partei über ihren Facebook-Kanal nicht zur satirischen Konkurrenz geäußert. Doch im Hintergrund dürften wohl die Alarmglocken geläutet haben.

Immerhin hatten sich über die Seite auch bisherige FPÖ-Mitglieder und auch FunktionärInnen aus so gut wie allen Landesgruppen gemeldet, die gerne zum Team Strache überlaufen wollten – potentiell wertvolle Informationen für die Strache-Truppe.

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Entsprechende Nachrichten konnte ich selbst einsehen, aus rechtlichen Gründen können hier keine Namen genannt werden. Besonders interessant wären diese Inhalte wohl auch für die FPÖ, die vermutlich allzu gerne wissen würde, welche ihrer FunktionärInnen überlaufen wollten.

Für den Administrator der Fake-Seite schließt sich damit ein Kapitel, im Interview mit mir hat er ohnehin bereits gesagt: „Die Wahlen in Wien sind jetzt ein guter Zeitpunkt, um Schluss zu machen. Und nach diesem Interview ist die Seite wohl ohnehin tot – außer es checken die Leute danach noch immer nicht.“

Doch sowohl FPÖ wie Team Strache werden sicherlich noch länger darüber nachdenken, welche Informationen hier versehentlich ausgeplaudert wurden …

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