Erste Betriebsproteste wegen der Corona-Krise in Österreich

Bild: Michael Bonvalot
In Linz haben Schichtarbeiter am Mittwoch für rund zwei Stunden vor einem Betriebsgelände gegen das laut ihrer Auffassung „unverantwortliche Verhalten der Firmenleitung“ in der Corona-Krise protestiert. 

Die MitarbeiterInnen des Unternehmens im Linzer Stadtteil Bindermichl-Keferfeld haben vor dem Betriebsgelände gegen die Vorgehensweise ihrer Unternehmensleitung in der derzeit herrschenden Coronakrise protestiert. Laut ihren Angaben sei das Verhalten der Firmenleitung unverantwortlich. Das berichtet das Regionalmedium laumat.at.

Die KollegInnen befürchten gesundheitliche Folgen, da in ihrem Unternehmen bislang offenbar keine Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden. Eine fragwürdige Rolle sollen dabei Betriebsrat und Produktionsleiter gespielt haben. Auf deren Anraten sei die Arbeit dann am frühen Vormittag „unter Protest“ wieder aufgenommen worden.

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Ähnliche Maßnahmen hatten laut laumat.at Teile der Belegschaft eines Unternehmens in Ried im Innkreis zuvor bereits am Dienstag angekündigt. Dort waren die Proteste erfolreich: Wenig später verlautete die Betriebsleitung des Herstellungsbetriebes, dass ab Mittwoch große Teile der Belegschaft in einen zweiwöchigen Betriebsurlaub geschickt würden.

Auch in der Schweiz haben erste Streiks begonnen. So haben am Dienstag Bauarbeiter am Genfer Flughafen spontan die Arbeit niederlegt, berichtet 20min.ch. „Wir sind 130 auf der Baustelle, es gibt keine Seife in den Toiletten, unter den Arbeitern könnte es Erkrankungen geben, wir wollen nur uns und unsere Lieben schützen“, sagt ein Arbeiter. 30 Kollegen haben sich daher am Dienstag früh geweigert, weiter zu arbeiten. Ein Arbeiter sagt: „Mir ist klar, dass ich ab heute Abend nicht mehr dorthin gehen werde.“

Streiks sind verständlich und gerechtfertigt!

Streiks der KollegInnen in der Produktion und der BauarbeiterInnen sind menschlich verständlich und medizinisch absolut gerechtfertigt. Es ist absurd, wenn in Österreich Menschen nur noch allein oder mit Menschen aus dem selben Haushalt spazieren gehen dürfen – aber gleichzeitig in den Werkshallen, auf den Baustellen, in den Großraumbüros und am Arbeitsweg eine Übertragung der Krankheit akzeptiert wird.

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Die Wirtschaft soll offenbar weitgehend weiter funktionieren – auf Kosten der Gesundheit und möglicherweise buchstäblich als lebensgefährliches Risiko. Die Arbeit auf allen Arbeitsplätzen, die nicht Corona-relevant sind, muss endlich eingestellt werden. Wenn die Regierungen das nicht per Dekret lösen wollen – dann sollten die KollegInnen das selbst in die Hand nehmen.

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