AntifaschistInnen in Wien blockieren erfolgreich neofaschistischen Aufmarsch

Die neofaschistische Gruppe „Identitäre“ wollte den Terroranschlag für einen rechten Propaganda-Marsch zum Schwedenplatz nutzen. Das ging gründlich schief.

Den Terroranschlag in Wien wollte die neofaschistische Gruppe „Identitäre“ am Donnerstagabend als Vorwand für ihre Propaganda nutzen. Dem Aufruf der Identitären-Tagungsorganisation „Die Österreicher“ zu einem Marsch vom Wiener Stephansplatz folgten allerdings kaum 230 Personen.

Ursprünglich hatte die extrem rechte Gruppe geplant, vom Stephansplatz über die Rotenturmstraße zum Schwedenplatz zu marschieren. Das bestätigt die Landespolizeidirektion Wien auf meine Anfrage. Rund um den Schwedenplatz hatte am Montag der djihadistische Terroranschlag stattgefunden.

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Doch bereits bei der Auftaktkundgebung am Stephansplatz um 18 Uhr wurden die Rechten von lautstarken antifaschistischen Sprechchören übertönt. Parallel zur rechten Kundgebung fand zuerst auch eine antifaschistische Kundgebung am nahe gelegenen Graben statt. Doch im Verlauf der Auftaktkundgebung versammelten sich immer mehr Menschen direkt gegenüber von den NeofaschistInnen. Trotz Lautsprecher waren die Parolen der rechten Kundgebung dann kaum zu verstehen.

Wieviele AntifaschistInnen sich versammelt hatten, ist aufgrund der unübersichtlichen Lage schwer einzuschätzen, doch es waren jedenfalls mehrere hundert. Statt der rechten Parolen dröhnten lautstarke antifaschistische Sprechchöre über den Stephansplatz. „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“ war ebenso zu hören wie „Nazis Raus“ oder ganz simpel „Halt die Fresse“ als Reaktion auf rechte Versuche, sich per Lautsprecher Gehör zu verschaffen.

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Die sichtlich genervten Rechten waren bereits gegen 18.30 Uhr an drei Seiten von AntifaschistInnen blockiert. Die zahlreich vorhandene Polizei hätte den rechten Aufmarsch wohl nur durchsetzen können, wenn sie massiv gegen die anwesenden AntifaschistInnen vorgegangen wären.

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Insgesamt verhielt sich die Polizei diesmal ruhig. Einen Zwischenfall gab es allerdings, als Polizisten einen Presse-Fotografen brutal aus der rechten Kundgebung drängten. Der Vorfall ist mit Videos gut dokumentiert, hier wird es vermutlich ein rechtliches Nachspiel geben.

Teilnehmer der rechten Kundgebung attackierten dann einen weiteren Fotografen. Der Kollege wurde nach eigener Aussage von einem Faustschlag getroffen, ich selbst wurde unmittelbar danach vom selben mutmaßlichen Täter mit den Worten bedroht: „Du bist der Nächste“.

Nachdem die antifaschistischen Blockaden offenbar zunehmend größer wurden, wurde der geplante Aufmarsch schließlich zum Mini-Aufmarsch degradiert. Die rechten TeilnehmerInnen marschierten vom Stephansplatz einige Meter in die Schulerstraße hinein. Dort wurden sie allerdings sofort wieder von herbeieilenden AntifaschistInnen blockiert.

So musste die Gruppe Identitäre schließlich in der engen und menschenleeren Straße ihre Schlusskundgebung abhalten. Danach ging es die paar Meter zurück zum Stephansplatz, womit der rechte Spuk endete.

Sollte die neofaschistische Gruppe gedacht haben, dass sie den Terroranschlag des rechten Djihadismus dazu nützen könne, in Wien ihre Propaganda zu verbreiten – dann ist dieser Versuch offensichtlich ordentlich schief gegangen.

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