Auch wenn es 2020 kühler wirkt: Die Klimakrise geht weiter

Klimademo am 27. September 2019 in Wien. Bild: Michael Bonvalot

Auch in diesem Jahr werden die Sommer-Temperaturen über dem Durchschnitt liegen. Bald werden wir weltweit über 1,5 Grad mehr haben … und dann wird es richtig übel.

Das ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima: Auch wenn der Sommer 2020 etwas kühler wirkt, geht die Klimakrise ungebrochen weiter. In Österreich werden die Sommer-Temperaturen auch 2020 über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Wir bemerken es nur nicht mehr.

Noch schlimmer trifft es andere Regionen: In der Arktis (!) wurde Ende Juni die Rekordtemperatur von 38 Grad gemessen. Der Prozess geht dabei immer schneller weiter. Ein zusätzliches Problem: Die Permafrostböden in Sibirien tauen zunehmend auf. Dort aber sind gewaltige Mengen an Treibhausgasen gespeichert – es ist eine weitere riesige Gefahr für das Weltklima und damit für uns Menschen.

Plus-1,5 Grad-Grenze möglicherweise bereits 2024

Als angeblich erträgliche Grenze der Erwärmung wird immer wieder der Wert von 1,5 Grad plus im globalen Durchschnitt genannt. Diese Grenze könnte nun aber bereits bis 2024 erreicht sein. Das sagt die Weltwetter Organisation (WMO) in einer neuen Studie, die am 8. Juli publiziert wurde.

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Und sogar diese Grenze wird für uns alle enorme gesundheitliche Probleme bringen – und kann vor allem für ältere Menschen buchstäblich tödlich sein. Vor allem Städte würden sich noch viel mehr aufheizen.

In Wien etwa würde es dann Höchsttemperaturen von plus 7,6 Grad gegenüber den jetzigen Temperaturen geben. Das haben WissenschaftlerInnen der ETH Zürich 2019 berechnet. Und für ihre Modellrechnungen haben sie sogar eine – unrealistisch optimistische – weltweite Erhöhung von „nur“ plus 1,4 Grad angenommen. Wie gesagt: Dieser Wert könnte bereits bis 2024 erreicht werden … Und wird dann immer weiter steigen.

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Es könnte richtig übel werden

Wenn das 1,5-Grad-Ziel überschritten ist, wird es richtig übel. Schlimmstenfalls würde sich dann eine sogenannte „Heißzeit“ einstellen. Arktis, Antarktis und der grönländische Eisschild würden zusehends abschmelzen.

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Die Folge: Der Meeresspiegel könnte um 10 bis 60 Meter ansteigen. Hunderte Millionen Menschen – vielleicht sogar Milliarden – würden zu Klimaflüchtlingen. Ebenfalls gefährdet wären die weltweite Versorgung mit Süßwasser und genügend Nahrung.

Sogar der Golfstrom könnte versiegen

Und sogar das gesamte Leben in Nord- und Zentraleuropa könnte langfristig gefährdet sein: Das schmelzende Gletschereis gefährdet den Golfstrom, der warmes Wasser aus dem tropischen Atlantik nach Europa führt. Die Klimakatastrophe stört diesen Prozess zusehends – Wenn aber der Golfstrom nicht mehr nach Europa kommt, könnten Teile des Kontinents unter einer Eisdecke verschwinden.

Wohlgemerkt: All das ist keine ferne Zukunft. Viele Menschen, die heute leben, werden zahlreiche dieser Folgen des Klimawandels noch selbst erleben. Im Kern des Problems steht dabei weiter das kapitalistische Wirtschaftssystem mit seiner Logik des kurzfristigen Profits.

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Systemproblem

Eine Änderung des individuellen Konsumverhaltens ist zweifellos wichtig. (Lesen! Ist es wirklich immer ökologischer, Gemüse aus Österreich zu kaufen?) Doch systematische Probleme werden nur systematisch gelöst werden können.

Die Eliten kennen die Gefahren des Klimawandels auch bereits seit Jahrzehnten. Mehr dazu hier in meiner Recherche. Solange kurzfristige Profitinteressen über die langfristigen Interessen der Menschheit dominieren, wird sich allerdings nicht ändern. Die Klimakrise ist nur der Vorname, der Familienname heißt Kapitalismus.

Der Klimawahnsinn geht weiter. Wir haben uns nur schon so daran gewöhnt, dass es uns nicht mehr auffällt. Und das darf keinesfalls passieren.

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