Klima-AktivistInnen blockieren das Magna-Werk in Graz

Bild: System Change, not Climate Change

Die Zugänge zum Autokonzern Magna in Graz wurden heute vormittag besetzt. Die AktivistInnen protestieren gegen den „Klimakiller Magna“.

Die Autofabrik des Magna-Konzern in Graz-Liebenau ist die größte Autofabrik des Landes. Hier werden Autos unter anderem für BMW, Mercedes, Jaguar und Toyota produziert. Laut den AktivistInnen von System Change, not Climate Change liefen hier allein im ersten Halbjahr 2019 mehr als 88.000 Luxusautos vom Band.

Seit heute Morgen blockieren nun AktivistInnen der Gruppe die Eingangstore im Konzern. Ein Blockadeort befindet sich auf der Liebenauer Hauptstraße 317, der zweite beim Walter P. Chrysler Platz. Über Facebook rufen die AktivistInnen dazu auf, sich an der Blockade gegen den „Klimakiller Magna“ zu beteiligen. Der Magna-Konzern wurde vom Milliardär Frank Stronach gegründet, der in der Vergangenheit in Österreich auch durch seine skurrilen Auftritte als weit rechter – und gescheiterter – Parteigründer bekannt ist.

Bild: System Change, not Climate Change

Die AktivistInnen von System Change, not Climate Change fordern: „Lasst uns 2020 unsere vielleicht letzte Chance nutzen und die Klimawende von unten einleiten“. Die „Klimakillerkonzerne“ sollen überall blockiert und entmachtet werden.

So soll ein Systemwandel eingeleitet werden, „weil die Regierungen Politik für die Konzerne machen und die Klimakrise weiter anheizen“, so die AktivistInnen. Gleichzeitig zeigt die Blockade sicherlich eine entscheidende offene Frage für erfolgreiche Proteste gegen die Klimakrise.

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Den Umgang mit den Beschäftigten der Betriebe, gegen die protestiert wird. Es wäre sicher problematisch, wenn hier eine starre Front entsteht. Im Magna Werk Graz arbeiten mit LeiharbeiterInnen rund 10.000 Beschäftigte. Angst um die Arbeitsplätze könnte sich breit machen – Wasser auf die Mühlen extrem rechter KlimaleugnerInnen.

Für die Zukunft wird sicher entscheidend, diese Beschäftigten möglichst mitzunehmen und in die Debatten um zukünftige Protestformen einzubinden. Schwierig, aber wohl auch nicht gänzlich unmöglich. Darauf setzen auch die AktivistInnen von System Change, not Climate Change.

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Sie betonen, dass die Aktion „Block Magna“ sich „ausdrücklich nicht gegen die in der Magna beschäftigten Arbeitnehmer“ richtet. System Change, not Climate Change erklärt, dass gerade das Know-How und Engagement der Beschäftigten notwendig sei, „um angesichts der Klimakrise sinnvolle Produkte herzustellen, wie Fahrzeuge für den öffentlichen Verkehr, Fahrräder und erneuerbare Energietechnologien.“

Ihre Forderung: „Anstatt im Namen des Profits die Zukunft an die Wand zu fahren, müssen Konzerne wie Magna demokratisch organisiert werden.“ MitarbeiterInnen und alle anderen, „die mit den Klimakiller-Autos auf unseren Straßen leben müssen“, sollten darüber entscheiden, was von Riesenkonzernen wie Magna produziert wird.

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Nachvollziehbar – schließlich sind auch die KollegInnen in der metallverarbeitenden Industrie und ihre Kinder von den gesundheitsgefährdenden Auswirkungen der Klimakrise voll betroffen. Die Polizei ist inzwischen vor Ort, laut System Change hat die Einsatzeinheit Cobra ab ca. 11 Uhr mit der Räumung begonnen. Die aktuelle Lage veröffentlicht die Gruppe auf Twitter.

Gegen 13:30 hat die Polizei die Blockade aufgelöst, es sind keine Festnahmen bekannt. Die Vorgehensweise der Polizei wird von den AktivistInnen kritisiert. Es seien Schmerzgriffe angewendet und JournalistInnen an ihrer Arbeit gehindert worden. Die AktivistInnen sprechen dennoch von einem Erfolg.

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“Heute wurde Klimagerechtigkeit auf der Straße verhandelt. Angesichts der sich weiter zuspitzenden Klimakrise haben wir die Verkehrswende selbst in die Hand genommen und mit unseren Körpern erfolgreich die Produktion des Klimakillerkonzerns gestoppt”, so Klara Radinger von System Change.

Monika Berger, eine weitere Aktivistin der Gruppe, ergänzt: „Anstatt für die Profite Weniger immer größere, gefährlichere und gefräßigere Autos zu produzieren, müssen Konzerne wie Magna demokratisch organisiert werden. Beschäftigte und Bevölkerung sollen entscheiden, was und wie von solchen Riesenkonzernen produziert wird.“

Dieser Artikel wurde um 15:26 um weitere Statements von System Change, not Climate Change sowie Informationen über das Ende der Blockade ergänzt.

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