Schwarze Menschen sind auch in Österreich von Polizisten getötet worden

Bild: Feminist Killjoy, mit freundlicher Genehmigung. fb.com/feministkilljoyvienna, instagram.com/feminist_killjoy_vienna

Auch in Österreich sind bereits schwarze Menschen von Polizisten getötet worden. Einige Todesfälle sind bis heute nicht aufgeklärt. Sagen wir ihre Namen. Erinnern wir uns an ihre Geschichte.

Ahmed F.: Am 19. Februar 1999 stirbt Ahmed F. bei seiner Verhaftung im Zuge einer Drogenkontrolle in Wien. Laut no-racism.net hätten die Polizisten seinen Hals zugedrückt, um zu verhindern, dass er eine Drogenkugel schluckt. ZeugInnen würden von 20-minütigem Verprügeln sprechen.

Marcus Omofuma: Während seiner Abschiebung nach Sofia am 1. Mai 1999 stirbt Marcus Omofuma im Flugzeug. Die drei Fremdenpolizisten hatten ihn gefesselt und geknebelt, er ist langsam erstickt. Die Polizisten werden zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt und können damit sogar im Dienst bleiben. Bis heute wird in Österreich mit Demonstrationen und Kundgebungen an Marcus Omofuma erinnert, zuletzt am 1. Mai 2020 in Wien.

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Richard Ibekwe: In der Wiener Justizanstalt Rüdengasse stirbt Richard Ibekwe in der Nacht von 2. auf 3. Mai 2000. Nach Augenzeugenberichten wurde der Mann bei seiner Verhaftung von Polizeibeamten geschlagen.

Johnson Okpara: Der junge Mann soll im Jahr 2000 im Jugendgerichtshof Wien aus dem Fenster gesprungen sein. Er ist dabei gestorben.

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Cheibani Wague: Der Student aus Mauretanien stirbt 2003 infolge einer Polizeiaktion in Wien. Sechs Polizisten und drei Sanitäter fixieren Cheibani Wague über Minuten mit vollem Körpergewicht am Boden, ein Polizist drückt ihm zusätzlich das Knie in den Rücken. Der Großteil der angeklagten Polizisten und Sanitäter wird freigesprochen. Ein Polizist wird zu vier Monaten Haft verurteilt und kann damit im Dienst bleiben. Der Fall erregte auch deshalb breites Aufsehen, weil ein Anrainer ein Video des Polizeieinsatzes aufgenommen hatte.

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Edwin Ndupu: In der Justizanstalt Krems/Stein stirbt am 19. August 2004 der damals 38-jährige Nigerianer Edwin Ndupu. Justizwachebeamte hatten zuvor eine Kartusche CN-Reizgas in seine Zelle geworfen. Es steht der Vorwurf im Raum, dass er vor seinem Tod von 15 Justizwachebeamte verprügelt worden wäre. Justizministerin Karin Gastinger (damals Miklautsch), FPÖ, dann BZÖ, belobigt die Beamten während des laufenden Verfahrens. Gastinger ist heute Richterin am Bundesverwaltungsgericht.

Yankuba Ceesay: Im Linzer Polizeianhaltezentrum Nietzestraße stirbt am 4. Oktober 2005 Yankuba Ceesay. Der junge Mann aus Gambia soll zuvor bei einem Hungerstreik binnen drei Wochen rund 17 Kilo abgenommen haben.

Essa Touray: während einer Polizeikontrolle soll Essa Touray am 23. Dezember 2006 in den Wiener Donaukanal gesprungen sein. Laut dem Journalisten Simon Inou berichten Zeugen von einem Hergang, der von der Polizeiversion abweicht. Die Leiche von Essa Touray wird Ende Jänner 2007 in der Donau unterhalb von Wien gefunden.

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Vielen Dank an Simon Inou, auf dessen Recherche aus dem Jahr 2009 ich mich beziehen konnte. Was wir bei dieser Aufzählung nicht vergessen sollten: Hier können nur jene Fälle wiedergegeben werden, die auch bekannt geworden sind. Es handelt sich also möglicherweise nur um die Spitze eines Eisbergs. Besonders gefährliche Orte für die Betroffenen sind Justizanstalten und Abschiebegefängnisse, denn dort gibt es kaum Möglichkeiten zur Kontrolle.

Das zeigt auch der Fall von Bakary J., der im Jahr 2006 nach seiner misslungenen Abschiebung von Wiener Polizisten der Spezialeinheit WEGA über mehrere Stunden schwer gefoltert wurde. Die Polizisten werden auch hier zuerst zu so kurzen Strafe verurteilt, dass sie weiter im Dienst bleiben können. Erst 2012 werden drei der vier Polizisten aus dem Polizeidienst entfernt.

Sagen wir ihre Namen:

Ahmed F.
Marcus Omofuma
Richard Ibekwe
Johnson Okpara
Cheibani Wague
Edwin Ndupu
Yankuba Ceesay
Essa Touray

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