Griechische Behörden versuchen, Geflüchtete zu töten

Kleidung treibt in der Bucht von Dikili, gegenüber die griechische Insel Lesbos. Bild: Michael Bonvalot

Griechische Behörden setzen geflüchtete Menschen, die bereits auf Lesbos waren, in Schlauchbooten mitten im Meer aus. Darunter auch Minderjährige und schwangere Frauen.

Die griechischen Behörden und die EU versuchen offenbar gezielt, geflüchtete Menschen im Mittelmeer zu töten. Mindestens 18 Schutzsuchende waren am 29. November bereits auf der griechischen Insel Lesbos gelandet und wollten einen Asylantrag stellen. Doch zu einer Anhörung kam es nicht, berichtet der Spiegel.

Stattdessen wurden die geflüchteten Menschen auf dem Meer ausgesetzt. Betroffen waren insgesamt 18 Schutzsuchende, darunter laut den Geflüchteten auch Minderjährige und mehrere schwangere Frauen. Die Betroffenen wurden auf zwei kleinen aufblasbaren Rettungsflößen mitten im Meer und mitten in der Nacht zurückgelassen.

Ohne Chance, aus eigener Kraft die Küste zu erreichen. Erst Stunden später wurden sie durch die türkische Küstenwache gerettet. Recherchen des Spiegel belegen, dass die Schutzsuchenden gesichert bereits auf Lesbos gewesen waren. „Nach Auswertung der Aussagen von Flüchtlingen und Zeugen sowie von Fotos, Videos und Positionsdaten gibt es keine Zweifel daran, dass griechische Beamte sie aufs Meer zurückgeschleppt haben“, schreibt das Nachrichtenmagazin.

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Bereits seit Jahren ist bekannt, dass die griechische Küstenwache geflüchtete Menschen auf dem Wasser abfängt und dann die Motoren der Schlauchboote zerstört. Teils werden die Boote oder Rettungsflöße mit Seilen noch weiter aufs Meer hinaus gezogen, manchmal wird auf die Boote eingestochen, immer wieder fallen Schüsse.

Drecksarbeit für die EU

Die griechischen Behörden handeln hier allerdings nicht alleine. Auch die EU-Grenzbehörde Frontex ist in Griechenland an „Pushbacks“ geflüchtete Menschen beteiligt. Das bedeutet, dass Menschen illegal zurückgeschickt und so daran gehindert werden, um Asyl anzusuchen.

Der Friedhof der namenlosen Flüchtlinge

Deutsche Bundespolizisten sind ebenfalls Teil dieser Strukturen. So etwa am 10. August 2020: Das deutsche Schiff BP62, Taufnahme „Uckermark“ folgte einem Notruf knapp vor der griechischen Küste. Die 40 geflüchteten Menschen auf einem überfüllten Schlauchboot wurden aber nicht gerettet, stattdessen warteten die deutschen Bundespolizisten auf die griechische Küstenwache.

Die See-Retter von Samos

So habe der Befehl gelautet, räumt Frontex in dem internen Bericht ein. Das griechische Schiff schleppte die geflüchteten Menschen schließlich zurück in türkische Gewässer. Sie wurden Opfer eines illegalen Pushbacks.

Österreich ist mitten drin

Auch die türkis-grüne Regierung in Österreich beteiligt sich am brutalen griechischen Grenzregime. Im März dieses Jahres etwa hatte Österreich Polizisten der Spezialeinheit Cobra, Drohnen, Nachtsichtausrüstung, Wärmebildkameras sowie ein gepanzerte Fahrzeug nach Griechenland geschickt. Auch am Grenzregime von Frontex ist Österreich beteiligt.

Das Innenministerium wollte offenbar libysche Milizen gegen Geflüchtete einsetzen

18 Frontex-Beamte in Griechenland sind aus Österreich. Zusätzlich werden 14 weitere österreichische Beamte bei Frontex-Einsätzen in der EU und 30 auf bilateralen Einsätzen unter anderem in Ungarn, Serbien und Kroatien eingesetzt.

Tausende Menschen sind bereits als Opfer der militarisierten Festung Europa im Mittelmeer und in der Sahara gestorben. Niemand sollte dabei vergessen: Die griechischen Behörden, die Regierungen der nordafrikanischen Staaten und Frontex erledigen die buchstäblich mörderische Drecksarbeit für die Regierungen der EU-Staaten wie Österreich und Deutschland.

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