Was ich 2021 machen möchte!

Was ich 2020 mit Deiner Hilfe alles umsetzen konnte – und was ich 2021 machen möchte.

Wir hatten wohl alle schon einfachere Jahre … und wir werden uns wohl noch lange speziell an das Jahr 2020 erinnern. Für viele war und ist die Zeit besonders schwierig: Soziale Unsicherheit, Jobverlust, weniger Kontakt mit Familien und FreundInnen, Homeoffice und Homeschooling.

Doch gleichzeitig hat dieses Jahr besonders intensiv gezeigt, wie wichtig kritische und unabhängige Berichterstattung ist – ohne Abhängigkeit von Inseratengeldern von Regierung und Konzernen.

Und vielleicht haben sich genau deshalb viele Menschen in diesem Jahr dazu entschieden, meine Arbeit zu unterstützen. Gleich zu Beginn: Vielen lieben Dank, das ist großartig! Ich verstehe aber auch sehr gut, dass es sich bei anderen einfach nicht ausgeht. Ich komme selbst aus einer Familie mit sehr wenig Geld, als ich ein Kind war, mussten wir schon mal um Lebensmittelpakete beim Sozialamt anfragen, damit es sich irgendwie ausgeht.

Genau deshalb ist mir auch sehr wichtig, dass alle Artikel und Recherchen auf meiner Seite ohne Paywall erscheinen.

Ich möchte, dass alle Menschen meine Artikel lesen können, egal, ob sie genug Geld haben oder nicht.

Die Unterstützung durch LeserInnen wie Dich hat schon jetzt ganz konkrete Auswirkungen: Ich kann nun immer mehr Artikel unmittelbar auf meiner Seite publizieren. Damit bin ich einerseits viel schneller, weil ich nicht zuerst eine Redaktion für einen Artikel suchen muss. Andererseits bin ich weniger davon abhängig, ob eine Redaktion gerade genug Platz (oder Mut) für eine Recherche hat.

Übrigens hat sich auch meine ganz persönliche Sicherheit verbessert: Mit deinem und eurem Support konnte ich mir eine ballistische Brille, einen Helm und weitere Ausrüstung kaufen. Es macht meine Berichterstattung von rechten Aufmärschen um einiges sicherer.

Die großen Themen

Das große Thema 2020 waren natürlich die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen. Beschäftigt habe ich mich aber auch intensiv mit der extremen Rechten, mit sozialen Fragen, mit der Lage geflüchteter Menschen, mit dem Terroranschlag in Wien sowie mit Polizeigewalt. Meine Berichte sind dabei immer professionell recherchiert und belegt – doch ich verstecke gleichzeitig meine Überzeugungen nicht. Ich mache Journalismus mit Meinung und Haltung.

Gleichzeitig haben sich extreme Rechte und die Polizei auch mit mir beschäftigt: Mehrmals musste ich zur Verteidigung der Pressefreiheit gegen die Polizei vor Gericht gehen, immer wieder gab es (teils sehr teure) Anwaltsbriefe zwischen mir und verschiedenen extremen Rechten. So hat mich etwa Identitären-Gesicht Martin Sellner geklagt, der Prozess wird vermutlich im Frühjahr stattfinden. Doch dazu später mehr.

Falls du übrigens gerade nicht genug Zeit haben solltest, den gesamten Text zu lesen:

Hier kannst du meine Arbeit im Jahr 2021 unterstützen!

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Vielen Dank! 😉 ❤️

Doch jetzt möchte ich dir kurz erzählen, was mit deiner Hilfe alles möglich wurde – und was ich im nächsten Jahr plane!

Die Auswirkungen der Pandemie

Bereits im Frühjahr habe ich mich intensiv mit den Auswirkungen von COVID-19 beschäftigt. Unter anderem habe ich aufgedeckt, dass das österreichische Innenministerium und der Integrationsfonds gezielt falsche Informationen an MigrantInnen und Geflüchtete ausgegeben haben. Meine Recherche dazu wurde in vielen Medien aufgegriffen, unter anderem im ORF.

Ebenfalls bereits im Frühjahr habe ich das Anordnungs-Chaos der Regierung kritisiert und gezeigt, welche Allmachtsphantasien das bei der Polizei ausgelöst hat. Mit einem laufend aktualisierten Artikel habe ich erklärt und dokumentiert, was zum jeweiligen Zeitpunkt erlaubt oder verboten war.

Dazu habe ich auch verschiedene betroffene Gruppen zu Wort kommen lassen, etwa die Beschäftigten in den Krankenhäusern, SozialarbeiterInnen der Wohnungslosenhilfe oder Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen zum Corona-Schulchaos. Dazu habe ich zahlreiche Recherchen gemacht, etwa über die Anzahl der Spitalsbetten in Österreich, über die Höhe der Wirtschaftshilfen für Konzerne, über Entlassungen trotz Corona-Hilfe und vieles mehr.

Rechte VerharmloserInnen

Auch mit den sogenannten Corona-Rebellen habe ich mich sehr früh beschäftigt. Dabei habe ich aufgezeigt, wie extreme Rechte die Corona-Mobilisierungen in Österreich dominieren. Die weitere Entwicklung hat das bestätigt – bis heute bin ich immer wieder auf einschlägigen Aufmärschen und dokumentiere sie. Meine Bilder und Tweets von diesen Aufmärschen werden regelmäßig in den meisten großen Medien des Landes eingebettet, etwa im Standard, auf Puls4 und in der Krone.

Übrigens ein guter Trick dieser Medien: Für eingebettete Tweets müssen sie nicht zahlen. So sparen sie eigene JournalistInnen vor Ort und greifen gratis auf meine Recherchen zu.

Der Anschlag in Wien

Der Terroranschlag in Wien war für viele Menschen ein enormer Schock, auch für mich. Unmittelbar nach dem Anschlag habe ich mit dem Text „‚Wir dürfen uns vom Terror nicht spalten lassen“ eine erste Einordnung versucht. Bereits in diesem Text habe ich gewarnt, dass extreme Rechte den Anschlag schnell für ihre Ziele benützen werden.

Und tatsächlich wollte wenige Tage nach dem Anschlag in Wien die neofaschistische Gruppe Identitäre aufmarschieren. Der Versuch wurde allerdings von AntifaschistInnen erfolgreich blockiert. Meinen Bericht zu dieser Blockade könnt ihr hier nachlesen. Auch zu den Strukturen der djihadistischen Szene in Österreich habe ich nach dem Anschlag recherchiert. Ein Thema, das mich bereits seit Jahren beschäftigt. Bereits 2014 hatte ich in einem Fachbeitrag im Magazin „Sozialarbeit in Österreich“ davor gewarnt, reaktionäre Denkmuster bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu vernachlässigen.

Extreme Rechte

Wie wichtig die Beschäftigung mit extrem rechten Strukturen ist, haben nicht zuletzt die vergangenen Tage gezeigt. In Österreich wurde ein Neonazi-Netzwerk aufgedeckt, das bereits Waffenlager mit dutzenden automatischen und halbautomatischen Gewehren aufgebaut hatte. Bestimmt waren die Waffen offenbar für deutsche Neonazi-Strukturen. Einer der mutmaßlichen Täter, Peter B., ist bereits seit den 1990er Jahren in der Neonazi-Szene aktiv.

Ich habe B. am Radar und auch schon im Februar 2020 in einem meiner Artikel erwähnt. Die aktuellen Waffenfunde zeigen erneut, wie wichtig eine kontinuierliche Recherche zu dieser hochgefährlichen Szene ist. Deshalb habe ich mich jüngst auch mit dem Bericht der neuseeländischen Behörden nach dem faschistischen Attentat in Christchurch mit 51 Toten auseinandergesetzt.

Der Bericht ist auch für Österreich und Deutschland sehr wichtig, denn er zeigt, wie eng die Verbindungen des Attentäters zur Gruppe Identitäre waren. Hier könnt ihr lesen, wie eng diese Verbindungen sind. Neben der deutschsprachigen extrem rechten Szene habe ich mich 2020 auch intensiv mit den türkischen Grauen Wölfen auseinandergesetzt. In einer mehrteiligen Serie habe ich die Geschichte, Hintergründe und Strukturen dieser Organisation aufgedeckt.

Anwaltsbriefe und Anzeigen

Den extremen Rechten sind meine Recherchen äußerst unangenehm. Bei ihren Aufmärschen werde ich inzwischen regelmäßig abgedrängt und attackiert. Anderen KollegInnen geht es ähnlich. Hier habe ich aufgeschrieben, was das für die Pressefreiheit bedeutet. Jüngst hat mich ein Rechter nach einem Aufmarsch der Identitären sogar rund 1,5 Stunden quer durch Wien lang verfolgt – ich habe ihn damit allerdings zu einer Schnitzeljagd zu den antifaschistischen Denkmälern der Stadt gezwungen.

Ein Rechter verfolgt mich nach einem Identitären-Aufmarsch

Auch auf rechtlicher Ebene versuchen die Rechten, mich mundtot zu machen: Im Frühjahr wollte mir ein Burschenschafter verbieten, Fotos von ihm zu machen. Zusätzlich sollte ich seinem Anwalt 800 Euro bezahlen. Ich habe dann einen Anwalt beauftragt, wir haben das abgewehrt. Der gleiche Burschenschafter hat mich dann im November sogar angezeigt – wegen eines angeblich kaputten Regenschirms. Hier läuft das Verfahren noch, ich werde absurderweise als Beschuldigter geführt.

Die aktuell größte rechtliche Bedrohung ist aber eine Klage von Identitären-Gesicht Martin Sellner gegen mich. Wie das Verfahren vor Gericht ausgeht, ist unklar. Sicher ist aber bereits jetzt, dass es richtig teuer wird. Egal, ob ich gewinne oder verliere, werde ich Kosten in Höhe von tausenden Euro haben. Hier kannst du mehr über diesen Fall lesen. Der Prozess in erster Instanz soll nun vermutlich im Frühjahr 2021 stattfinden. Das Gericht hatte eine Verhandlung per Zoom vorgeschlagen, Sellner hat trotz COVID-19 auf einem öffentlichen Prozess bestanden. Ich halte Dich natürlich auf dem Laufenden.

Die Strategie der extremen Rechten ist klar: Sie wollen mich durch solche Anzeigen und die Zeit und vor allem Kosten für meine Verteidigung mundtot machen. Ich kann Dir und euch jetzt schon versprechen: Es wird nicht gelingen – solange ihr mich unterstützt!

Das blinde rechte Auge

Solche gefährlichen neonazistischen Strukturen entstehen, während die Polizei enorme Ressourcen darauf verwendet, die linke Szene in Österreich zu durchleuchten. Aktuell laufen dazu mehrere Verfahren, ich werde bald mehr darüber berichten können. Immer wieder recherchiere ich auch zu Übergriffen der Polizei.

Etwa nach der Demo zum 1. Mai 2020 in Wien, wo ein Polizist auf den ruhig am Boden sitzenden Michael eingetreten hat. Ich habe dazu mit Michael ein exklusives Interview veröffentlicht und ein Video des Vorfalls publiziert. Mehrere andere Medien haben mein Material verwendet, etwa der Falter oder Heute. Im Oktober hat Michael übrigens vor Gericht Recht bekommen. Auch darüber durfte ich exklusiv berichten.

Einer der bisher meistgelesenen Artikel auf meiner Seite beschäftigt sich übrigens ebenfalls mit der Polizei: Diese sieben Rechte solltest du im Umgang mit der Polizei kennen. Auch dieser Artikel ist 2020 erschienen, ich werde ihn natürlich weiter laufend aktualisieren.

Diese sieben Rechte solltest Du im Umgang mit der Polizei kennen

Im Gegenzug muss ich leider fast schon regelmäßig vor Gericht gehen, um die Pressefreiheit gegen die Polizei zu verteidigen. An dieser Stelle sei es vorab verraten: Auch den jüngsten Prozess habe ich jetzt gewonnen – wie übrigens auch alle weiteren bisherigen Verfahren gegen die Polizei. In Kürze erscheint mein Bericht dazu!

Was passiert 2021?

Es gäbe noch so manches zu erzählen über meine Berichte aus dem Jahr 2020. Etwa die Bilder und Berichte über die riesigen Black-Lives-Matter-Demos. Darüber, wie die Linzer Polizei einfach mal neue Gesetze erfunden hat, damit Demos nicht stattfinden können. Über die Lage geflüchteter Menschen an der EU-Außengrenze Bosnien. Oder über meinen Exklusivbericht, dass die Facebook-Seite der Strache-Partei in Wirklichkeit ein linkes Fake-Projekt war.

Die Facebook-Seite der Strache-Partei wird in Wirklichkeit von Linken gemacht

Doch zum Abschluss möchte ich dir noch kurz erzählen, was ich im nächsten Jahr machen möchte.

Wir werden alle sehr erleichtert sein, wenn die Pandemie vorbei ist – doch dann ist keineswegs alles gut. Die sozialen Ungerechtigkeiten sind weiterhin vorhanden. Die Reichen werden immer reicher, während es für immer mehr Menschen einfach nicht mehr reicht. Vermutlich jeden Tag sterben Menschen an den Grenzen der Festung Europa – und die Abschottung wird immer brutaler. Die Klimakrise ist weiterhin eine akute Bedrohung der Menschheit. Die Rechte versucht, die Ärmsten der Armen zu Sündenböcken zu erklären.

Kurz: Der Kapitalismus wird 2021 genauso, wie er 2020 war.
Und genau deshalb braucht es auch 2021 ein Medium mit Meinung und Haltung.

Bisher gibt es auf meiner Seite hin und wieder Gastbeiträge, doch ich schreibe weitgehend alleine. Dennoch steigen die Zugriffe auf die Seite rasch an. 2020 hatte ich bisher bereits über 320.000 Zugriffe auf bonvalot.net. Das ist schon richtig gut.

Doch für 2021 habe ich einen zusätzlichen Plan. Dazu werde ich eine neue Plattform aufsetzen, wo es neben meinen Recherchen und Berichten noch deutlich mehr Beiträge von verschiedenen Menschen zu verschiedensten Themen geben soll. Dazu kommt natürlich weiter meine Arbeit in den sozialen Medien. Die funktioniert übrigens ebenfalls schon richtig gut: Auf Facebook hatte ich im November 2020 einen neuen Höchstwert mit über 820.000 Menschen, die meine Beiträge in diesem Monat gesehen haben. Auf Twitter sind es bis zu 4 Millionen pro Monat.

Das alles bedeutet natürlich einiges an Vorbereitungen und Aufbau-Arbeiten: Gespräche mit KollegInnen, der technische Aufbau der Seite, dazu soll es einen Buch-Shop und Merchandising geben. Das muss natürlich alles komplett sauber aufgesetzt sein, nicht nur technisch, sondern etwa auch steuerrechtlich. Kurz: Viele Mails und Gespräche mit Webmaster, Unternehmensberatung, Steuerberatung.

Journalismus mit Meinung und Haltung kostet Geld.
Auch 2021.

Ich habe Fixkosten, etwa Miete, Strom oder Telefon – und hin und wieder würde ich natürlich auch gern was essen. 😉 Dazu kommen Kosten für Recherchen, Reisen sowie den Aufbau der neuen Plattform. Schließlich brauche ich auch einiges an Geld für die rechtliche Verteidigung gegen rechte Angriffe. Findest du gut, was ich bisher gemacht habe? Und möchtest du gerne, dass noch mehr Menschen Journalismus mit Meinung und Haltung lesen können?

Hier kannst Du meine Arbeit unterstützen! Falls Du es nicht schon tust: Besonders großartig ist ein regelmäßiger monatlicher Beitrag, so kann ich planen!

Gern direkt via Konto:

IBAN: AT64 1420 0200 1026 2551
BIC: BAWAATWW
Kontoinhaber: Michael Bonvalot
[Bitte Deine Mailadresse als Verwendungszweck]

Du kannst meine Arbeit natürlich auch sehr gerne per Kreditkarte oder Paypal unterstützen, hier findest du alle Möglichkeiten.

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Und vielleicht kennst Du ja noch andere Menschen, die Journalismus mit Meinung und Haltung unterstützen wollen?

Abschließend möchte ich dir und deinen Lieben schöne Feiertage und vor allem viel Gesundheit wünschen!

Und seien wir optimistisch, trotz alledem! Die Zukunft ist offen – es liegt an uns, sie zu gestalten!

Alles Liebe und liebe und solidarische Grüße

Michael

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