Warum die österreichische Bundesliga immer drittklassig bleiben wird

Foto: FK Austria Wien/Köhler

[Vice] Österreichischer Klub-Fußball ist international irrelevant und wird sogar noch weiter an Bedeutung verlieren. Immer mehr Fans kehren den eigenen Vereinen den Rücken.

[Erstveröffentlichung: Vice, 13.12.2018] Fußball zieht in Österreich. Vor allem bei großen internationalen Events ist in vielen Lokalen kaum ein Platz zu bekommen. Auch die großen Traditionsvereine wie Austria, Rapid oder Sturm haben immer noch viele Anhänger. Doch immer mehr junge Fans suchen sich international neue Vorbilder. Und die großen Zeiten des österreichischen Klubfußballs sind für immer vorbei.

Sehen wir uns etwa die Wiener Austria an. In den 1930er Jahren gewann der Verein sogar zweimal den Mitropacup, den Vorläufer der heutigen Champions League. Die Stadtrivalen Rapid und Vienna erspielten sich je einmal den Pokal. Nach dem Zweiten Weltkrieg schaffte es Rapid noch zweimal ins Finale des Europacups, die Austria einmal. Doch es ist undenkbar, dass so etwas heute noch einmal passiert.

Österreichische Vereine spielen zumeist bestenfalls in der Euro League, der Zweiten Liga der internationalen Vereine. Zu groß ist der Abstand zur Spitze im europäischen Klubfußball. Und das wird nicht nur so bleiben – es wird sogar noch schlimmer werden.

Einzig Ligakrösus Salzburg kann international halbwegs mithalten. Das funktioniert aber nur durch jahrelange hohe Beiträge des politisch rechtsauslegenden Brauseherstellers Dietrich Mateschitz. Doch auch die Salzburger scheitern mit beeindruckender Regelmäßigkeit an der Qualifikation zur Champions League (CL) und müssen dann Euro League (EL) spielen.

In der nächsten Saison wird Österreich – und damit vermutlich Salzburg – zwar mit ziemlicher Sicherheit einen Fixplatz in der Gruppenphase der Champions League bekommen. Doch mit der Reform der CL ist der Platz danach wieder fort.

Wirkliche internationale Spitzenklubs sehen die österreichischen Vereine heute meist nur noch bei freundschaftlichen Begegnungen. Nehmen wir wieder die Austria. Die hatte im Sommer den BVB aus Dortmund zu Gast, aktuell Tabellenführer in Deutschland und eine der besten Mannschaften Europas. Anlass war die Eröffnung des neuen Stadions der „Veilchen“ in Wien-Favoriten.

Austria vs. Dortmund
Die Mannschaft der FK Austria Wien | Foto: FK Austria Wien/ Köhler

Die Gäste aus Dortmund schickten Weltstars wie Mario Götze oder André Schürrle auf den Platz. Die Stimmung war hervorragend, das Stadion (bis auf den Gästesektor) bereits seit Wochen hoffnungslos ausverkauft. Einziger Wermutstropfen für die Austrianer: Die Gäste waren etwas unhöflich und gewannen 1:0. Aber es war ein Freundschaftsspiel, es ging um nichts, es war ein großes Fest.

Das neu eingeweihte Stadion nennt die violette Presseabteilung ein „Schmuckkästchen“ – und für österreichische Verhältnisse spielt die Horr-Arena tatsächlich in der absolut obersten Liga. Bis zu 17.500 Menschen finden Platz, überall edle und modernste Stadion-Architektur, ein komplett neuer VIP-Bereich für das reichste Prozent der Bevölkerung.

Doch bei der Pressekonferenz vor dem Spiel zeigte sich die gesamte Problematik des österreichischen Fußballs. Ob es möglich wäre, dass hoffnungsvolle Talente der Borussia bei den Veilchen Spielpraxis sammeln, wurde BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gefragt.

Seine nüchterne Antwort: „Das Grundproblem ist, dass die wirtschaftlichen Rahmendaten der Klubs sehr weit auseinandergegangen sind. Die Austria hat 30 Millionen Umsatz, der BVB 500 Millionen. Das eine oder andere Talent bekommt ein Monatsgehalt, das hier den Rahmen komplett zerschießen könnte.“

Das Budget der Austria ist in Österreich – gemeinsam mit Rapid und Ligakrösus Salzburg – unter den Top 3. Doch sogar der Nachwuchs eines deutschen Bundesligisten ist inzwischen offenbar so teuer, dass eine österreichische Topmannschaft sich diesen nicht mehr leisten kann.

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Die Zahlen bestätigen die Aussage von Watzke. Laut einer Schätzung von transfermarkt.at liegt der Marktwert des gesamten Kaders der Violetten bei rund 23 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Kader von Dortmund wird mit 472 Millionen bewertet, also mehr als 20 mal so hoch. Allein Christian Pulisic wird mit rund 45 Millionen fast doppelt so hoch bewertet wie der gesamte Kader der Austria.

Die Zahlen der Plattform sind zwar immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen – es muss sich auch jemand finden, der den Spieler um den Wert kauft –, aber insgesamt geben die genannten Summen einen realistischen Rahmen.

Gute Spieler gehen ins Ausland

Bei solchen Unterschieden bei Budget und Gehältern ist es kein Zufall, dass Talente aus der österreichischen Liga oft bereits nach einer guten Saison ins Ausland wechseln. Die Wiener Großklubs etwa würden vermutlich ganz anders auftreten, wenn sie ihre wichtigsten Spieler halten könnten.

Bei der Austria wären das beispielsweise die internationalen Spitzenspieler David Alaba, Aleksandar Dragović oder Julian Baumgartlinger. Alaba war sogar direkt aus dem Nachwuchs der Veilchen zu Bayern München gewechselt. Auch Marko Arnautović wechselte bereits in der Jugend ins Ausland, nachdem er zuvor bei FAC, Austria, Vienna und Rapid gespielt hatte.

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Stadtrivale Rapid kennt das Problem ebenfalls sehr gut. Publikumsliebling Louis Schaub etwa, der wechselte im Sommer von den Hütteldorfern zum 1. FC Köln. Köln spielt zwar in dieser Saison in der Zweiten Liga – doch offenbar ist es sogar dort deutlich lukrativer als bei Rapid. Auch Innenverteidiger Maximilian Wöber hat nach nur einer guten Saison in der Kampfmannschaft den Grünen den Rücken gekehrt. Gerade einmal 24 Einsätze in der österreichischen Bundesliga spielte er vor seinem Wechsel.

Rapid Wien
Sticker der SK Rapid Hooligans vor dem Stadion | Foto: Michael Bonvalot

Für kolportierte 7,5 Millionen Euro hat sich der oftmalige niederländische Meister Ajax Amsterdam die Dienste von Wöber gesichert – damit wäre der Ex-Rapidler der teuerste Österreicher, der je aus der Bundesliga direkt ins Ausland wechselte. In der Qualifikation zur Champions League traf Ajax dann auch auf Sturm Graz. Es wurde eine weitgehend einseitige Angelegenheit, Ajax gewann mit 2:0.

Österreichische Topspieler für die Reserve

Wöber kam dabei nicht mal zum Einsatz. Die Niederländer können es sich offenbar ohne Probleme leisten, auf einen Spieler zu verzichten, der für österreichische Verhältnisse enorm teuer ist. Kein Wunder, ihr Kader wird auf Transfermarkt auf über 300 Millionen Euro bewertet.

Besonders hart traf es nach der vergangenen Saison Sturm Graz. Zahlreiche Spieler wechselten innerhalb der österreichischen Liga zur Austria. In Graz hätten diese Spieler die Qualifikation für die Champions League spielen können, die Austria hingegen verfehlte in einer Seuchensaison sogar die internationalen Startplätze.

Dennoch war es offensichtlich für eine Reihe von Grazern lukrativer, künftig in Wien-Favoriten aufzulaufen. In einem Anfall von Galgenhumor haben sich die Grazer schließlich sogar die URL www.fk-austria-scouting.at gesichert, die direkt auf die Kampfmannschaft von Sturm verlinkt.

Österreichische Gagen sind Peanuts im internationalen Vergleich

Im internationalen Vergleich sind die Beträge, um die es hier geht, aber ohnehin Peanuts. Das zeigt die Liste der weltweit teuersten Sportvereine, die das Magazin Forbes jährlich veröffentlicht.

Im Jahr 2017 belegten zwei US-Teams die vordersten Plätze, die Football-Mannschaft Dallas Cowboys und das Baseball-Team New York Yankees. Den dritten Platz belegte dann mit Manchester United die erste Fußball-Mannschaft, dahinter folgt der FC Barcelona. Und die geschätzten Marktwerte der Teams sind atemberaubend.

Manchester United wird in der Forbes-Liste mit einem Wert von 3,25 Milliarden Euro bewertet, knapp danach folgt Barcelona mit 3,21 Milliarden Euro. Ebenfalls unter den Top 50: Real Madrid, Bayern München, Manchester City, Arsenal und Chelsea. Was den Fußball betrifft, dominieren Teams aus Großbritannien, Spanien und Deutschland das Geschehen. Und diese Teams sind mittlerweile globale Konzerne mit Marktlogik und Marktmacht.

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Vor allem die TV-Gelder für die britische Liga haben enorme Auswirkungen auf den internationalen Fußball. Sogar Absteiger aus der Premier-League sollen aktuell mit über 100 Millionen Euro mehr erhalten als der FC Bayern. Die britische Liga bekommt allerdings nicht deshalb so viel für ihre TV-Gelder, weil der englische Markt so lukrativ wäre. Es geht um das internationale Publikum.

Fußball ist globales Business. Dementsprechend fahren britische, spanische und deutsche Klubs auch immer öfter auf Spiele und Trainingslager in ihre „Auslandsmärkte“. Laut Jörg Wacker, Vorstandsmitglied des FC Bayern München, hat der Verein in China inzwischen „knapp 90 Millionen Anhänger“. Bayern hätte damit in China mehr Fans als die EinwohnerInnen von ganz Deutschland. Noch weiter gehen andere Verbände.

Künftig werden etwa spanische Ligaspiele in den USA ausgetragen, der italienische Supercup in Saudi Arabien. Das bringt einerseits Fans in neuen Märkten, andererseits neue Sponsoren und fette Antrittsgelder. Laut italienischen Medien lässt sich die Öl-Diktatur Saudi Arabien allein das erste Supercup-Spiel im Jänner 2019 rund sieben Millionen Euro kosten, berichtet 90Minuten.

Bei den Summen, die hier zu verdienen sind, können österreichische Spieler aus der Portokasse bezahlt werden – wenn sie überhaupt gut genug sind, um in diesen Ligen mitzuspielen. Die Abhängigkeit der Vereine von TV-Geldern hat für die Fans allerdings einen enormen Nachteil.

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Die meisten Ligen verschwinden mittlerweile hinter Bezahl-Schranken im Pay-TV, auch in Österreich ist das seit dieser Saison der Fall. Für die Vereine bringt das zusätzliches Geld. „Für Fans mit weniger Geld bedeutet es, dass sie ihre Lieblingsvereine gar nicht mehr oder nur noch in schlechter Qualität im Netz sehen können“, kritisiert der Jugendarbeiter Lukas, der in einem großen Wiener Jugendzentrum Kinder und Jugendliche betreut. „Viele Jugendliche beschweren sich bei uns über Pay-TV-Schranken“, erzählt er.

Österreich ist irrelevant – auch für die Fans

Doch auch die Gelder aus den TV-Verträgen werden keine substantielle Änderung bringen. Österreich ist ein kleiner Markt, dementsprechend wenig Relevanz hat er für TV-Gelder und Sponsoren. Für Fans außerhalb der Region sind die meisten österreichischen Klubs uninteressant und austauschbar.

Denn machen wir uns nichts vor: Die österreichische Liga ist in vielen Bereichen eine Dorf-Liga. In der obersten Spielklasse spielen 2018/19 drei Teams aus Orten, in denen nicht einmal 7.000 Menschen wohnen: Altach, Hartberg und Mattersburg.

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„>Wenn die österreichischen Klubs aber im internationalen Vergleich nur geringe finanzielle Mittel haben, werden sie auch künftig alle interessanten Spieler verlieren. Vor allem deutsche Klubs werden immer öfter bereits beim Nachwuchs in Österreich rekrutieren. Und auch bei Fans ist Österreich Rekrutierungsgebiet.

Österreichische Fans für internationale Vereine

Immer mehr Kinder und Jugendliche tragen nicht die Trikots von Austria, Rapid oder Sturm. Sie sind Fans von Bayern, Barcelona oder Manchester.

Manche wechseln gar den Klub, wenn ihre Idole zu einem anderen Verein gehen. Das erzählt auch Jugendarbeiter Lukas. „Bei uns laufen die meisten Kids mit Dressen internationaler Vereine herum.“ Österreichische Vereine sind für viele Kinder überhaupt nicht mehr interessant, erzählt er.

„Als weiteren Faktor gibt es die Kinder mit Migrationshintergrund. Die drücken dann oft den Vereinen die Daumen, zu denen bereits ihre Eltern halten.“ Lukas glaubt, dass sich die österreichischen Vereine viel stärker vor allem um diese Zielgruppe bemühen müssten.

Auch David Sinz hat sich nicht für einen österreichischen Verein entschieden. Die große Liebe des 22-jährigen Steirers ist Manchester United. „ManU drücke ich die Daumen, seitdem ich sieben bin“, erzählt er.

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Aufgewachsen ist David in der Obersteiermark. Sein Befund dürfte typisch für ganz Österreich sein: „Ein Teil feuert lokale Vereine an, in unserem Fall vor allem Sturm Graz.“ Es gäbe aber auch viele, die sich nicht für die österreichische Liga interessieren und „seit ewig Fans von Clubs wie Chelsea oder Barcelona sind“. Er habe auch Freunde, die vor allem Fans einzelner Spieler sind und mit denen den Verein wechseln, erzählt David.

„Ich kenne einige Leute, die wegen Ronaldos Wechsels jetzt zu Juve-Fans wurden“, erzählt der Steirer. Dieses Phänomen bestätigt auch Jugendarbeiter Lukas: „Mir haben schon einige Kinder gesagt, dass sie jetzt Fans von Juventus sind, weil Ronaldo dort spielt.“

Auch die Wienerin Alex hat internationale Vorbilder. Sie hat zwar mit der Austria auch einen österreichischen Herzensverein, aber international drückt sie Chelsea, Liverpool und dem BVB die Daumen. „Da war sicher der Kloppo ein Grund“, sagt sie. Gemeint ist Jürgen Klopp, der ehemalige Trainer des BVB, der jetzt Liverpool coacht.

Doch woher kommen österreichische Fans zu diesen Vorlieben? Einen wesentlichen Einfluss haben die TV-Übertragungen. Vor allem in der Champions League gibt es durch die vielen guten Spieler auch viele attraktive Matches, die auch im Fernsehen Spaß machen. Auch für David war das Fernsehen entscheidend.

Wie das Fernsehen Fans schafft

„Fan von Manchester United wurde ich beim Champions League Spiel gegen Real Madrid im Jahr 2003“, erzählt er. In Österreich würde ihn kein Verein reizen. „Den Fußball, der hierzulande gespielt wird, finde ich einfach nicht gut.“ Eine Ausnahme macht er nur für den Wiener Sportclub. „Weil mir die Philosophie des Klubs unheimlich gefällt und ich gerne einen kleinen, linken, traditionsreichen Fußballklub unterstütze.“

Die Champions League wird allerdings immer mehr zum geschlossenen System. Ab 2018/19 wird es bereits 26 Fixplätze geben, nur noch sechs statt bisher zehn Tickets werden über die Qualifikation vergeben. Die Hälfte aller Startplätze geht bereits fix an die Top-4-Nationen Spanien, England, Deutschland und Italien.

Die Euro League wird gleichzeitig von 48 auf 32 Mannschaften reduziert. Stattdessen kommt zusätzlich eine neue Euro League II, wobei abzuwarten bleibt, wie interessant dieser Bewerb für die Fans wird. Finanziell bekommen so zwar mehr Vereine ein kleines Stück vom Kuchen. Doch insgesamt ist die Entwicklung klar: Das System wird einzementiert, die größten Klubs werden noch reicher, die Abstände noch uneinholbarer.

Fußball wird mehr und mehr zu einem geschlossenen System

Das neue Format ist vor allem ein Kniefall vor den großen Vereinen. Davor standen massive Drohungen der Bosse der großen Klubs: Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel soll es bei den größten europäischen Klubs konkrete Pläne geben, komplett aus dem Dachverband UEFA auszusteigen und eine eigene “European Super League” zu gründen.

Auch die European Club Association (ECA), die Vereinigung der führenden europäischen Vereine, denkt darüber nach, aus der Champions League auszusteigen. Nach dem Vorbild des US-Systems würden die großen Klubs dann nur noch gegeneinander spielen.

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Auch die österreichische Bundesliga folgt dem Trend zu geschlosseneren Systemen. Die Aufstockung auf eine 12er-Liga ab der aktuellen Spielsaison hat nicht zuletzt den Zweck, Vereine wie Wacker Innsbruck und LASK Linz relativ fix in die oberste Spielklasse zu holen. Solche Vereine aus wichtigen Ballungszentren sind für die Liga sowohl finanziell als auch fürs Publikumsinteresse extrem wichtig.

Für die weitere Entwicklung sind vor allem die Antritts- und Preisgelder aus der Champions League ein enormer Faktor. Allein die Startprämie für die Gruppenphase bringt jeder Mannschaft in der Saison 2018/19 bereits 15,2 Millionen Euro. Jedes Unentschieden ist noch einmal 900.000 Euro wert, jeder Sieg sogar 2,7 Millionen. Dazu kommen weitere Prämien sowie die Einnahmen aus Spielen, Merchandising und Sponsorengeldern. Das bedeutet, dass nach einer Saison sogar bei lauter Niederlagen ein Plus von locker 20 Millionen Euro am Konto steht.

Und klar ist, dass sich langfristig immer die überlegenen Budgets durchsetzen. Das zeigt auch die österreichische Liga. Salzburg hat bereits die letzten fünf Meisterschaften in Folge gewonnen. Davor konnten zwar je einmal Bundesliga-Rekordmeister Austria sowie der steirische Rekordmeister Sturm überraschen. Doch insgesamt ist der Trend eindeutig. Auch-Rekordmeister Rapid etwa konnte vor zehn Jahren zum letzten Mal den Titel holen. (Die Rekordmeister-Debatte kann hier nicht endgültig gelöst werden.)

Österreich ist im Fußball ein Nachwuchs-Land

Zusätzliche Spiele, weit entfernte Trainingslager in wirtschaftlich lukrativen „Märkten“ und die damit verbundenen Fernreisen bedeuten natürlich enorme Strapazen für die Spieler. Es braucht also einen immer größeren Kader – der wiederum aus Ländern wie Österreich rekrutiert wird. Die österreichischen Klubs sollen und werden künftig also vor allem Talente und mögliche Ergänzungsspieler für die größeren Märkte liefern.

„Die letzte Schlacht gewinnen wir“

Rapid-Präsident Michael Krammer beschreibt diese Entwicklung gegenüber Laola so: „Wir sind in Österreich eine Ausbildungs-Liga, und das ist nichts Schlechtes. Unser Ziel ist es, aus dem eigenen Nachwuchs Österreicher oder Junge aus den Nachbarländern zu entwickeln, in die Kampfmannschaft zu bekommen und ihnen dann einen Transfer in eine der fünf Topligen zu ermöglichen.“

Auf der Ebene der Nationalteams ist es zwar auch künftig möglich, dass kleinere Länder überraschen. Kroatien hat das bei der aktuellen WM gezeigt. Doch im Kader des kroatischen Teams standen so gut wie keine Spieler, die noch im Land selbst spielen. Und auch im österreichischen Nationalteam spielen großteils Legionäre.

Was diese Zukunft für die kleineren Klubs in kleineren Ländern bringt, sagt Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern in aller Deutlichkeit: „Die Schere wird nie wieder zugehen.“ Der sogenannte moderne Fußball ist im Kapitalismus ein stinknormales Geschäftsmodell. Große internationale Konzerne kämpfen um Märkte und Marktanteile.

Die österreichische Liga wird hier einfach nicht mehr aufholen können. Es wird natürlich weiter spannende Spiele geben – ein Wiener Derby zwischen Austria und Rapid etwa wird die Herzen der Fans immer höherschlagen lassen. Doch im internationalen Vergleich wird die Liga drittklassig bleiben. Damit müssen wir uns abfinden.

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