Die Polizei von Minneapolis trägt österreichische Glock-Pistolen

Bild: Bdonadio, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

In der Stadt, wo George Floyd von einem Polizisten ermordet wurde, verwendet die Polizei auch Waffen aus Österreich.

„Bitte, ich kann nicht atmen“, sagt George Floyd immer wieder, als Polizist Derek Chauvin auf ihm kniet und andere Polizisten dabei zu sehen. Die Polizisten sind gut bewaffnet, sie tragen gut sichtbar Pistolen in ihren Holstern. Es könnten welche der österreichischen Firma Glock gewesen sein.

Denn die Polizei in Minneapolis ist unter anderem mit Pistolen von Glock ausgestattet. Zum Einsatz kommen Glock 17, 19 and 21 der vierten Generation. Diese Information ist auf der Seite der Polizei von Minneapolis in einer Auflistung zur erlaubten Ausrüstung zu finden. Neben den österreichischen Waffen kommen bei dieser Polizeibehörde auch deutsche Sig Sauer, US-amerikanische Smith & Wesson und italienische Berretta zum Einsatz.

Keine Auskunft

Welche Waffe konkret jene Polizisten trugen, die verantwortlich für den Mord an George Floyd waren, will die Polizei von Minneapolis auf meine Anfrage nicht sagen. „Es gibt keine Möglichkeit für mich, die Frage nach der Marke der Waffe zu beantworten, da die Feuerwaffe nicht Teil des Vorfalls war“, so John Elder, Sprecher der Polizei von Minneapolis.

Hört auf, Polizei-Propaganda zu BlackLivesMatter zu verbreiten!

Im konkreten Fall spielt der Waffentyp tatsächlich keine Rolle, George Floyd wurde nicht mit einer Pistole getötet. Aus rechtlichen Gründen wird an dieser Stelle ausdrücklich betont, dass der Firma Glock beziehungsweise ihren Waffen keinerlei Beteiligung oder Mitschuld am Tod von George Floyd unterstellt wird. Wie viele Schusswaffeneinsätze der US-Polizei pro Jahr insgesamt mit Glock-Pistolen umgesetzt werden, ist nicht zu eruieren.

Die Lieblingswaffe der Polizei

Dennoch ist die Waffenwahl der Polizei von Minneapolis ein sehr passender Anlass, um über die Firma Glock und ihren Eigentümer Gaston Glock zu schreiben. Denn immerhin rund zwei Drittel aller US-PolizistInnen tragen eine Glock.

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Rechnet man Importe und lokale Produktion zusammen, stammte 2016 sogar jede fünfte insgesamt in den USA verkaufte Pistole von Glock, wie Dossier und Standard in einer gemeinsamen Recherche herausgefunden haben. Auch in Österreich verwenden Polizei, Justizwache und Bundesheer Glock-Pistolen – bei Polizeibehörden soll die Firma gar Weltmarktführer sein.

Schwarze Menschen sind auch in Österreich von Polizisten getötet worden

Produziert werden die Glock-Pistolen in Deutsch-Wagram bei Wien, im Kärntner Ferlach, in Bratislava nahe Wien sowie in Smyrna im US-Bundesstaat Georgia. Die Fabrik in Deutsch-Wagram hat dabei noch eine besondere Bedeutung: Denn dort gibt es einen jüdischen Friedhof, der auf drei Seiten von Betonmauern der Firma Glock eingezwängt ist. Der Friedhof dahinter verfällt, schreibt die Zeit 2017.

Der Mann im Hintergrund

Firmeneigentümer Gaston Glock gibt sich gegenüber der Öffentlichkeit verschwiegen und gilt als klagefreudig. Gleichzeitig ist der Milliardär ideologisch durchaus zuordenbar – vor allem bekannt ist seine Nähe zur FPÖ. Glock würde „seit Jahrzehnten als wichtiger FPÖ-Finanzier“ gelten, schreibt etwa das Manager Magazin. Glock galt auch als früher Förderer des verstorbenen Ex-FPÖ-Chefs Jörg Haider und begleitete ihn etwa nach Moskau und Bagdad.

Das blaue Netzwerk: Straches Erben

Auch im Ibiza-Video nennt Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Waffenindustriellen Glock als wichtigen Finanzier der FPÖ. Sein damaliger Vertrauter und Burschenschafter-Kumpan Johann Gudenus macht dazu eindeutige Schießbewegungen. Glock dementiert. Ob Strache schon einmal mit Glocks Hubschrauber geflogen sei, will er bei seiner Aussage vor dem Ibiza-U-Ausschuss am 4. Juni übrigens nicht beantworten.

Blaue Schlagseite

Unter Schwarz-Blau II ab 2017 wurde Glocks Ehefrau jedenfalls sogar Aufsichtsrätin in der Austrocontrol. Dieser Betrieb gehört ressortmäßig zum Infrastrukturministerium unter dem damaligen Minister und jetzigen FPÖ-Chef Norbert Hofer. (Hier könnt ihr mehr über Straches Erben in Österreichs staatsnahen Betrieben lesen.)

Hofer war auch bereits Gast der Glocks, wie Dossier schreibt – ebenso wie Strache und die damalige FPÖ-Sozialministerin Beate Hartinger-Klein. Das ist jene Ex-Ministerin, die der Meinung ist, dass andere Menschen von 150 Euro im Monat leben können.

Waffenmilliardär

Gaston Glock dagegen gilt als einer der reichsten Männer der Welt. Das US-Magazin Forbes schätzt das Vermögen von Glock auf knapp eine Milliarde Euro. Der Österreicher wäre damit der 1851-reichste Mensch des gesamten Planeten. Das Wirtschaftsmagazin Trend gibt Glocks Vermögen gar mit 1,3 Milliarden Euro an.

Seine Millionen verdient Gaston Glock mit potentiell todbringenden Waffen. Waffen, wie sie etwa die Polizei von Minneapolis verwendet.

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