Das sind die Waffen der Neonazis und Rechtsextremen

Bild: LPD Wien

Tausende Maschinenpistolen, Faustfeuerwaffen, Bomben, Minen und Granaten wurden in den letzten Jahren in der extrem rechten Szene gefunden. Dazu hunderttausende Patronen sowie kiloweise Sprengstoff. Das sind die wichtigsten Funde.

Mitte Dezember 2020 wird in Österreich ein riesiges Neonazi-Waffenlager ausgehoben. Es ist nicht das erste. Fast schon regelmäßig werden bei Neonazis in Österreich enorme Bestände an Maschinenpistolen, Faustfeuerwaffen, Sprengstoff, Handgranaten, Minen, Bomben oder Munition entdeckt. Oft sind es Zufallsfunde: Die Waffenfunde, die wir kennen, sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs.

Woher die Waffen stammen, wird kaum jemals bekannt. Ob es ermittelt wird, wissen wir nicht. Als gesichert kann aber gelten, dass die österreichische Neonazi-Szene beste Kontakte zu faschistischen Strukturen der organisierten Kriminalität am Westbalkan hat. Die Kontakte stammen aus jener Zeit, wo österreichische und deutsche Neonazis an der Seite faschistischer kroatischer Milizen als Söldner im Jugoslawien-Krieg kämpften. Und dort gibt es bis heute enorme Waffenbestände.

Wofür die Nazis die Waffen horten

Die Waffen der Neonazis werden vermutlich zu einem großen Teil für einen herbeigesehnten „Tag X“ gehortet – also für einen faschistischen Aufstand. In manchen Fällen sind es vermutlich rechte Waffennarren, die sich daran begeilen, möglichst viele Schusswaffen zu besitzen. Teils gibt es Schnittmengen zur Organisierten Kriminalität und die Waffen sollen vermutlich in diesem Milieu verwendet werden. Doch manche dieser Waffen werden aber auch bereits jetzt aktiv von Neonazis eingesetzt.

Österreichische Rechtsextreme feiern bei deutschem SS-Festival

Erinnert sei dabei etwa an die Neonazi-Terrororganisation NSU in Deutschland, wobei es hier auch Bezüge zu Österreich gibt. Und auch in Österreich haben Neonazis bereits tödliche Anschläge verübt und Morde zu verantworten. Die folgende Liste ist zwangsläufig unvollständig. So werden manche Verfahren gar nicht öffentlich bekannt.

Gleichzeitig gibt es weit mehr Waffenfunde, als hier aufgezählt wurden. So wurden allein bei einem einzigen Waffenfund im April 2020 in Oberösterreich mindestens 20 vollautomatische Waffen, mindestens 100 Faustfeuerwaffen, mindestens 30 Langwaffen (u.a. auch Scharfschützengewehre), mindestens 100 Schalldämpfer sowie mehr als eine Million Stück (!) Munition aller Kaliber gefunden. Bei diesem und anderen großen Waffenfunden der letzten Jahre wurde kein rechtsextremer Hintergrund nachgewiesen – was aber natürlich nicht bedeuten muss, dass es keinen gibt.

Das ist die Liste der wichtigsten Neonazi-Waffenfunde der letzten Jahre:

[Update 30.01.2021]: Waffen und NS-Propaganda in Wien

In Wien-Simmering wird eine enorme Menge an NS-Devotionalien sichergestellt, darunter Hakenkreuzfahnen, Helme und Abzeichen. Ebenfalls gefunden wird der Nachbau einer Maschinenpistole MP 40 samt Munition.

Bild: LPD Wien

[Update: 18.01.2021]: Gewehre, Pistolen und Hakenkreuze in Hollabrunn/NÖ

Bei einem 53-jährigen Mann im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn werden zahlreiche Gewehre, Kurzwaffen, Munition, Messer und Kriegsmaterial gefunden. Ebenfalls gefunden werden eine Hakenkreuzfahne und sonstige NS-Devotionalien.

Bild: LVT NÖ

In einem Zimmer hatte der Mann laut dem niederöstereichischen Landesamt für Verfassungsschutz (LVT) unter anderem eine Hakenkreuzfahne (2 x 1 Meter) und zwei NS-Anstecker frei hängen. Gegen etwaige Hintermänner wird laut LVT ermittelt.

12.12.2020: Riesiger Waffenfund in der Naziszene

Bei Hausdurchsuchungen in der Neonazi-Szene werden 76 halb- und vollautomatische Waffen sowie Pistolen und Revolver, Sprengstoff sowie rund 100.000 Schuss Munition gefunden. Darunter sind Maschinenpistolen der Marken AK47, Uzi, Skorpion sowie Heckler und Koch. Auch StG 77 werden gefunden, die Standardwaffe des österreichischen Bundesheeres. Es wird geprüft, ob die Waffen aus Militärbeständen stammen.

Bei nachfolgenden Hausdurchsuchungen an einem Wohnsitz des Hauptverdächtigen Neonazis Peter B. werden nochmals zwei Kilogramm TNT, Handgranaten, Anti-Personen-Minen, Munition und weitere vollautomatische Waffen entdeckt. Neben B. werden vier weitere Verdächtige in Österreich sowie zwei Verdächtige in Deutschland festgenommen. B. gilt als Waffenexperte für die österreichische und deutsche Neonazi-Szene und ist schon früher einschlägig aufgefallen. So war er 1995 Angeklagter im Prozess rund um die Briefbombenserie, wurde damals aber freigesprochen. B. wird auch in dieser Auflistung nochmals vorkommen.

12.12.2020: Prozessbeginn in Wien gegen bewaffnete Neonazi-Gruppe Europäische Aktion

In Wien beginnt der Prozess gegen fünf Mitglieder der Neonazi-Organisation „Europäische Aktion“ (EA). Die Anklage lautet auf NS-Wiederbetätigung und Vorbereitung des Hochverrats. Es gilt die Unschuldsvermutung. Mindestens ein Angeklagter hat nach eigenen Angaben zwischen 2010 und 2017 regelmäßig an Wehrsportübungen teilgenommen. Im Vorfeld einer Razzia bei der Gruppe im Dezember 2016 wurde das Einsatzkommando Cobra beigezogen, weil die Ermittler im Vorfeld auf Waffenkäufe aufmerksam wurden.

Unter anderem hatte ein Verdächtiger ein Sturmgewehr an einem Mann aus Ungarn geliefert. Dessen Großvater erschoss 2016 einen Polizisten. Der inzwischen verstorbene Leiter der Gruppe, Hans Berger, hatte intern Vorbereitungen für einen bewaffneten Untergrundkampf propagiert. Bei Razzien gegen die EA in 14 Wohnungen in Thüringen und Sachsen waren im Juni 2017 laut Behörden Anschlagspläne und Waffen gefunden worden.

28.10.2020: Waffenfund bei jungen Neonazis in Tirol

Im Tiroler Reutte forschen die Behörden eine jugendliche Neonazi-Gruppe aus. Bei den Hausdurchsuchungen werden mehrere Waffen, darunter auch eine Schreckschusspistole sichergestellt. Weiters werden eine gestohlene Polizei-Kennzeichentafel sowie ein gestohlener österreichischer Reisepass gefunden. Bei weiteren Hausdurchsuchungen Mitte Dezember 2020 werden Schlagringe, Totschläger sowie Messer gefunden.

17.09.2020: In Wien werden zahlreiche Waffen bei einer Hausdurchsuchung gefunden

Bei einer Hausdurchsuchung in Wien-Leopoldstadt werden eine Vielzahl von Waffen sowie zahlreiche NS-Memorabilia gefunden, darunter etwa SS-Dolche, Hitlerdolche, ein Nazihelm sowie ein Eisernes Kreuz. Um welche und wie viele Waffen es sich handelt, wird in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage am 23. November trotz Bitte um Auflistung nicht weiter ausgeführt.

12.09.2020: Paramilitärischer Ordnerdienst am Wiener Kahlenberg

Am Wiener Kahlenberg marschieren rund 230 extreme Rechte auf. Präsent ist ein breites rechtsextremes Spektrum von neofaschistischen Identitären, deutschnationalen Burschenschaften und Hooligans über konservative extreme Rechte bis hin zu Monarchisten und christlichen Rechtsextremen. Den Ordnerdienst stellen slowakische Nationalisten mit paramilitärischen Tarn-Uniformen. Sie gehören der Gruppe „Slovenskí Branci“ (SB, deutsch: Slowakische Rekruten) an. Die Mitglieder von SB werden in Kampftaktiken, Guerillakampf und Waffengebrauch ausgebildet.

Extreme Rechte sind am Wiener Kahlenberg aufmarschiert

08.07.2020: Razzien und Waffenfunde in der Reichsbürger-Szene in Tirol und Deutschland

Bei Razzien in der Reichsbürger-Szene in Deutschland sowie in Tirol finden die Behörden unter anderem zwei halbautomatische Kurzwaffen, eine Pumpgun sowie 200 Schuss Munition. Auch die Durchsuchung in Tirol betrifft eine Person mit deutscher Staatsbürgerschaft, wie die Generalstaatsanwaltschaft München mir gegenüber mitteilt. Bei den Ermittlungen geht es um Waffenlieferungen aus Kroatien nach Deutschland mit Bezügen nach Österreich und in die Schweiz.

Der mutmaßliche Waffenschieber soll der rechtsextreme Deutsche Alexander R. sein, der in der Schweiz lebt. Bereits 2018 wurde in Kroatien ein Netzwerk ausgehoben, das Waffen aus dem Balkankrieg nach Westeuropa schmuggelte. Gefunden wurden damals Kalaschnikows, Pistolen, Handgranaten sowie ein Raketenwerfer.

03.07.2020: Bei einem ehemaligen FPÖ-Funktionär werden zahlreiche Waffen gefunden

Nach einem anonymen Hinweis wegen NS-Propagandamaterial führt die Polizei eine Hausdurchsuchung bei einem 35-jährigen im niederösterreichischen Bezirk Gmünd durch. Der Mann ist früheres FPÖ-Bezirksvorstandsmitglied. Gefunden werden laut Niederösterreichischen Nachrichten neben NS-Devotionalien auch zwei Maschinenpistolen mit Schalldämpfer, eine verbotene Waffe (schießender Kugelschreiber), Sprengkapseln sowie größere Mengen von Munition.

Ein Bild, das die Landespolizeidirektion Niederösterreich veröffentlicht, zeigt darüber hinaus zahlreiche Gewehre, Pistolen und Revolver. An dieser Stelle auch vielen Dank an die Plattform Stoppt die Rechten, deren Arbeit wichtige Inputs für diesen Artikel geliefert hat.

15.05.2020: Razzia gegen die Neonazi-Szene in mehreren Bundesländern. Auch Waffen werden gefunden.

Bei einer Razzia in der Neonazi-Szene werden insgesamt 24 Wohnungen durchsucht [Kurier € Paywall], davon 18 in Wien, vier in Niederösterreich und zwei in der Steiermark. Offenbar handelt es sich um das Mischmilieu rund um Neonazi-Größe Gottfried Küssel. Dazu zählen unter anderem die Strukturen bzw. Propagandaauftritte alpen-donau, Unwiderstehlich, Tanzbrigade sowie die Kampfsportgruppe Noricum.

„Wir holen uns die Mauer zurück“

Neben legal erworbenen Waffen – mehrere Personen sind bei Sicherheitsfirmen beschäftigt – werden auch ein illegales Gewehr, eine abgesägte Pumpgun sowie jede Menge Stahlruten und Schlagringe gefunden. Eine der Personen, deren Wohnung durchsucht wurde, soll jener Burschenschafter sein, der als Sicherheitsmann im parlamentarischen BVT-Ausschuss beschäftigt war, bevor er enttarnt wurde. Bei ihm soll laut Kurier ebenfalls eine Schusswaffe gefunden worden sein.

Kurze Burschenschafter-Wege vom Neonazi-Security zur FPÖ-Spitze 

03.02.2020: Neuerliche Verurteilung gegen Objekt 21-Chef nach Schießübungen

Der Chef der oberösterreichischen Neonazi-Organisation Objekt 21 wird erneut zu fünf Jahren Haft wegen Wiederbetätigung und Verstoß gegen das Waffengesetz verurteilt. Laut Anklage hatte er noch während seiner Haft bei Freigängen Schießübungen abgehalten (das Urteil ist zum Zeitpunkt des Berichts nicht rechtskräftig). Bei Hausdurchsuchungen gegen die Gruppe im Jahr 2013 waren zahlreiche Waffen gefunden worden. (-> Eintrag vom 24. Jänner 2013)

Wird die Nazitruppe Objekt 21 erneut aktiv?

22.11.2019: Warnung vor extrem rechten Terrorzellen rund um das Bundesheer

Mitarbeiter des militärischen Abwehramtes warnen in einem Konvolut vor bewaffneten extrem rechten Terrorzellen rund um das österreichische Bundesheer. Aufgekommen ist der Verdacht in Zusammenhang mit dem deutschen „Hannibal“-Netzwerk. Dort haben sich extrem rechte Soldaten und Polizisten vernetzt und Umsturzpläne für einen „Tag X“ geplant. Unter anderem kursierten in Chatgruppen Feindeslisten für politische GegnerInnen. Geheime Waffendepots und Treibstofflager wurden angelegt.

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In diesen geheimen Chatgruppen, die über den Messenger-Dienst Telegram organisiert wurden, soll es neben deutschen Gruppen auch eigene Gruppen für Österreich und die Schweiz gegeben haben. Aufgeflogen war das Netzwerk, nachdem der deutsche Bundeswehr-Soldat Franco A. am Flughafen Wien festgenommen wurde, wo er eine Waffe versteckt hatte. A. hatte ein „Doppelleben“ als „syrischer Flüchtling“ geführt, es wird vermutet, dass er einen Anschlag begehen wollte, um Rassismus zu schüren.

Militärgeheimdienstler warnen vor einem bewaffneten extrem rechten Bundesheer-Netzwerk

Das Hannibal-Netzwerk steht auch in Zusammenhang mit dem Verein Uniter, einem klandestin auftretenen Wehrverein. Uniter weitete ab 2019 seine Strukturen auch offiziell nach Österreich aus. So fand am 27. Juli 2019 in Bregenz ein erstes Vorarlberger Treffen statt, ein weiteres Zentrum soll die Steiermark sein. Unter den rund 40 Mitgliedern, die im „Uniter Grand District Austria“ aktiv sind, sind einschlägige Rechtsextreme sowie mehrfach wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verurteilte Personen. Mindestens ein Mitglied besaß bereits illegale Waffen.

13.04.2019: Zahlreiche SympathisantInnen der Gruppe Identitäre sind schwer bewaffnet und kriminell

Die Behörden haben eine Liste mit 364 Personen, die dem Milieu der neofaschistischen Gruppe Identitäre zugerechnet werden. Aus einem Ermittlungsbericht geht hervor, dass jede fünfte Person auf der Liste legal eine Schusswaffe besitzt. Das Arsenal der Personen auf der Liste reiche von Schrotgewehren, Schlagringen bis hin zu halbautomatischen Schusswaffen. Gegen zehn Personen, inklusive Identitären-Gesicht Martin Sellner, bestehe ein aufrechtes Waffenverbot. Einige Personen sollen auch gegen Waffenverbote verstoßen haben. 32 Personen auf der Liste sind wegen diverser Delikte verurteilt worden, darunter schwere Körperverletzung, Vergewaltigung, Erpressung, Raub und NS-Wiederbetätigung.

So eng war die Verbindung des Christchurch-Attentäters zu den Identitären

10.04.2019: Waffenfunde bei Razzien gegen die Neonazi-Szene in fast allen Bundesländern

Bei 32 Hausdurchsuchungen in der Neonazi-Szene in fast ganz Österreich werden einschlägiges Material und Waffen sichergestellt sowie Waffenverbote ausgesprochen. Betroffen sind alle Bundesländer außer Tirol, es gibt rund 90 Beschuldigte. Offen bleibt, ob die Hausdurchsuchungen eine Reaktion der schwarz-blauen Regierung auf Kritik sind. Zuvor war breit thematisiert worden, dass die Regierung nicht gegen Neonazis vorgehen würde und die BVT-Razzia der FPÖ dazu gedient haben könnte, vorhandene Informationen über die rechte Szene zu sichten.

2.10.2018: Waffenfunde bei Razzia gegen Reichsbürger-Szene

Bei Razzien in der Reichsbürger-Szene in Kärnten, der Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich und Wien werden Schusswaffen, Munition sowie Bombenbauanleitungen sichergestellt.

22.01.2018: in Leoben steht die Neonazi-Gruppe Werwolf vor Gericht

Im steirischen Leoben stehen sieben Mitglieder der Neonazi-Gruppe „Legion Werwolf“ vor Gericht. Bei Hausdurchsuchungen bei den Obersteirern zwischen 24 und 33 Jahren wurden verbotene Waffen sowie einschlägiges Material gefunden. Ein deutscher Tatverdächtiger steht nicht vor Gericht, da er sich nach Deutschland abgesetzt hat.

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Er soll unter anderem von Anschlägen auf die US-Botschaft in Wien sowie auf die Israelitischen Kultusgemeinden in München und Frankfurt gesprochen haben. Alle sieben Angeklagten werden verurteilt, zum Zeitpunkt des Berichts sind die Urteile nicht rechtskräftig.

29.10.2017: In Stiwoll bei Graz soll der Rechtsextreme Friedrich Felzmann zwei Menschen ermordet haben

Der einschlägig rechtsextreme Steirer Friedrich Felzmann soll in Stiwoll bei Graz zwei seiner Nachbarn durch mehrere Schüsse aus einem Gewehr getötet und eine weitere Person schwer verletzt haben. Felzmann ist seitdem flüchtig. Gegen Felzmann lagen Anzeigen unter anderem wegen gefährlicher Drohung und NS-Wiederbetätigung vor. Bereits 2011 hatte er in einer E-Mail an das Justizministerium die Abstellung von „Justizgaunereien“ gefordert, „widrigenfalls er nur mehr den Weg zur Waffe sehe“, wie es im Schreiben des Gerichts heißt.

Graz: Rechtsextremer wegen Doppelmord gesucht

10.06.2017: Kalaschnikow und weitere Waffen bei einem Neonazi in Wien

Bei einem 20jährigen Neonazi in Wien-Favoriten werden eine Kalaschnikow mit Munition, eine Schreckschusspistole, ein Schwert, zwei Dolche, vier Schlagringe und zwei Teleskopschlagstöcke sichergestellt. Der Mann fiel auf, nachdem in seiner Wohnung ein Schuss gefallen war. In der Wohnung werden zahlreiche NS-Gegenstände gefunden. Unter anderem hatte er eine Nazi-Fahne als Tischtuch auf seinem Balkon verwendet und NS-Devotionalien so platziert, dass sie von außerhalb der Wohnung sichtbar waren.

01.06.2017: Zahlreiche Waffen und Nazifahnen auf einem Bauernhof in Niederösterreich

Auf dem Bauernhof eines 55-Jährigen im Bezirk Gmunden (Niederösterreich) findet die Polizei 27 Waffen, darunter auch verbotene, vollautomatische und verkürzte Schusswaffen, sechs Schalldämpfer, rund 1.200 Schuss Munition, ein Kilo Sprengstoff samt Spreng- und Zündschnüren. Ebenfalls gefunden werden Nazifahnen. In einer anonymen Anzeige, die die Hausdurchsuchung auslöste, wurde darauf hingewiesen, dass der Mann auch Material zur NS-Wiederbetätigung in seinem Anwesen lagere.

8.11.2016: Waffen, Munition und Granaten in Niederösterreich

Bei einem 48-Jährigen aus St. Veit/Gölsen in Niederösterreich werden zahlreiche Waffen sowie Nazi-Devotionalien in Glasvitrinen sichergestellt. Gefunden wurden unter anderem Faustfeuerwaffen, Karabiner, Bajonette, 3300 Stück Munition sowie 269 Stück Granaten.

05.12.2016: Großer Waffenfund in Ungarn mit Österreich-Bezug

Waffenfund mit Österreich-Bezug in Ungarn. In Budapest und sieben weiteren Ortschaften gibt es Razzien bei der Neonazi-Organisation MNA. Gefunden werden Maschinenpistolen, Gewehre, Pistolen, Munition sowie selbstgebaute Bomben. Neonazis aus dem Umfeld der MNA haben Kontakte zur Vorarlberger Blood & Honour-Szene und nehmen dort auch an Schießübungen teil (-> Eintrag vom 5. März 2016). Enge Kontakte hat die MNA weiters mit der österreichischen Neonazi-Gruppe Alpen Donau rund um Gottfried Küssel sowie mit steirischen Veteranen der Waffen-SS.

Eine globale Medienmaschine des Rechtsextremismus

29.05.2016: Waffen, Munition und rechtsextreme Drohungen in Oberösterreich

In Oberösterreich findet die Polizei bei einem mutmaßlichen Neonazi mehrere Waffen samt Munition sowie NS-Erinnerungsstücke. Der 20-Jährige soll über Monate hinweg angekündigt und gedroht haben, er werde „alle Asylanten mit seiner Schrotflinte“ erschießen.

22.05.2016: Neonazi in Vorarlberg läuft Amok und erschießt zwei Menschen

Im Vorarlberger Nenzing erschießt ein bekannter Neonazi bei einem Rockkonzert eines Motorradclubs zwei Menschen und verletzt – offenbar wahllos – ein Dutzend weitere teilweise schwer. Danach tötet er sich selbst. Der Täter, Gregor S., verwendet dazu den Nachbau einer Kalaschnikow. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass S. noch weitere Waffen besessen hatte. S. hatte enge Kontakte zur Neonazi-Terrorgruppe „Blood & Honour“ in Vorarlberg und der Schweiz und auch Berührungspunkte mit der „Europäischen Aktion“.

14.04.2016: Riesiges Waffenarsenal in der Nähe von Tulln (NÖ) ausgehoben

Nach dem Suizid eines Mannes im niederösterreichischen Königstetten bei Tulln findet die Polizei ein umfangreiches Waffenarsenal. Darunter sind 30 illegale Waffen, die teilweise noch funktionstüchtig sind, 60 Waffen, darunter Hieb- und Stichwaffen, Schlagringe, Schalldämpfer und ein Druckluftgewehr. Dazu kommen Kriegsmaterial wie Granaten, Handgranaten und Panzerfäuste sowie 2.000 Schuss Munition. Es wird überprüft, ob der Mann Kontakte zur Neonazi-Szene hat. Ein rechtsextremer oder neonazistischer Hintergrund wird hier weder explizit noch implizit als Tatsache behauptet.

Die Identitären und der japanische Faschismus – Ein Code für Putsch, Gewalt und Diktatur

05.03.2016: Neonazis aus verschiedenen Ländern nehmen in Vorarlberg an einem Schießtraining teil

In einer Schießhalle im Vorarlberger Feldkirch nehmen Neonazis aus Österreich, Deutschland, Ungarn und der Schweiz an einem Schießtraining teil. Organisierend sind offenbar Strukturen von „Blood & Honour“ bzw. deren bewaffnetem Arm „Combat 18“ (1 und 8 stehen für A und H, Adolf Hitler). Geübt wird mit Waffen, die auch das Militär verwendet.

17.01.2014: Riesiges Arsenal von Munition und Granaten in Salzburg gefunden

Nach der Explosion von Weltkriegsmunition in einem Haus in Golling (Salzburg) findet die Polizei ein riesiges Arsenal mit Munition und Granaten. Es sei „ein noch nie dagewesener Fund riesiger Mengen von Munition und Waffen“, zitiert der Salzburger ORF Fachleute. Bei einer früheren Hausdurchsuchung wurden auch nationalsozialistische Devotionalien gefunden. Die Polizei meint, der Mann sei zwar amtsbekannt, aber nicht als Nazi einzustufen. Es gibt allerdings Hinweise, so Stoppt die Rechten, dass sich der Mann mindestens im „rechten Mainstream“ bewegt. Ein rechtsextremer oder neonazistischer Hintergrund wird hier weder explizit noch implizit als Tatsache behauptet.

30.08.2013: Waffenfund mit Österreich-Bezug in Thüringen

Waffenfund mit Österreich-Bezug in der Neonazi-Szene in Thüringen. Gefunden werden mindestens ein Sturmgewehr mit Munition, zwei Maschinenpistolen der Marke Uzi, ein Colt „Double Eagle“ sowie Munition. Bei mindestens einem Beschuldigten gibt es Bezüge zur Neonazi-Terrororganisation NSU. Die Razzien erfolgen in enger Abstimmung mit österreichischen Behörden.

Die Verdächtigen haben enge Kontakte zur Neonazigruppe Objekt 21 in Oberösterreich. Im Zuge der Durchsuchungen wird auch ein Haftbefehl aus Österreich vollstreckt, im Gegenzug sitzt zum Zeitpunkt der Waffenfunde ein Mann aus dem Umfeld der Beschuldigten in Österreich in Haft.

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24.01.2013: Waffenfunde bei Objekt 21 in Oberösterreich

Mehrere Hausdurchsuchungen gegen die Neonazi-Gruppe Objekt 21 in Oberösterreich. Die Gruppe konnte zuvor jahrelang unbehelligt agieren. Gefunden werden unter anderem ein AK 47 Sturmgewehr samt Munition, eine Skorpion Maschinenpistole samt Munition, mehrere illegale Faustfeuerwaffen samt Munition, eine abgesägte Schrotflinte, zehn Kilogramm Sprengstoff sowie Schlagstöcke und Schlagringe. Dem Umfeld der Gruppe werden bis zu 200 Personen zugeordnet, es gibt enge Verbindungen nach Bayern und Thüringen. Verbindungen reichen bis zu Sympathisanten der Nazi-Terrorgruppe NSU.

Mitglieder von Objekt 21 erledigen auch die Schmutzarbeit für das Milieu der Organisierten Kriminalität. Der Chef der Truppe wird im Februar 2020 erneut wegen Verstoß gegen das Waffengesetz verurteilt (zum Zeitpunkt des Berichts nicht rechtskräftig). Er hatte bei Freigängen während der Haft Schießübungen abgehalten.

11.01.2013: Waffen, Munition, Sprengmittel und eine SS-Fahne in Tirol

Im Tiroler Ebbs findet die Polizei bei einem 24-jährigen Mann mehrere verbotene Waffen, zahlreiche Gewehre, mehrere tausend Schuss Munition, Sprengmittel, rund 100 Kilo sprengstofftaugliche Chemikalien, pyrotechnische Gegenstände sowie Kriegsmaterial. Bei der Hausdurchsuchung wird auch eine SS-Fahne gefunden. Ermittelt wird danach auch gegen vier weitere Personen. In weiterer Folge verrät der Verdächtige weitere Waffendepots. Die Waffen hätte er eingesetzt, „wenn Europa wegen des Euros kollabiert, der Staat und die Polizei der Anarchie Platz macht“, erklärt er beim Prozess im Jänner 2014.

04.01.2013: Ein ehemaliger Linzer FPÖ-Gemeinderat wird bei illegalen Waffendeals festgenommen

In Vorarlberg wird der damals 60-jährige Linzer Robert H. bei illegalen Waffenverkäufen festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des Linzers findet die Polizei Maschinenpistolen, Pumpguns, Handgranaten sowie tausende Schuss Munition. Die Waffen sollen aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen. H. war FPÖ-Gemeinderat in Linz sowie stellvertretender Vorsitzender des extrem rechten Witikobundes.

Mai 2009: Erste Waffenfunde beim Objekt 21

Beim späteren Hauptangeklagten im Prozess gegen die Neonazi-Organisation Objekt 21 werden bei einer Polizeikontrolle verbotene Waffen und Nazi-Devotionalien gefunden.

1.10.1997: Der Neonazi-Attentäter Franz Fuchs wird gefasst

Bei einer zufälligen Verkehrskontrolle zündet der Steirer Franz Fuchs eine Rohrbombe, die sowohl ihn wie die Polizisten schwer verletzt. Bei einer nachfolgenden Hausdurchsuchung werden zahlreiche Bomben, Bombenbestandteile und Sprengfallen gefunden. Fuchs wird 1999 als alleinverantwortlicher Einzeltäter für die neonazistische Anschlagsserie zwischen 1993 und 1996 verurteilt.

Bei dieser Serie von Anschlägen wurden vier Menschen aus der Minderheit der Roma im burgenländischen Oberwart ermordet, zahlreiche weitere Menschen wurden durch Briefbomben sowie eine Bombe vor der zweisprachigen Volksschule in Klagenfurt verletzt. Bis heute gibt es zahlreiche berechtigte Zweifel an der Behauptung, dass Fuchs tatsächlich ein Einzeltäter war.

Morde und Briefbomben – war Franz Fuchs ein Einzeltäter?

Februar 2002: Riesiger Waffenfund bei der Wiener „SS Kampfgemeinschaft Prinz Eugen“

Bei Hausdurchsuchungen bei der „SS Kampfgemeinschaft Prinz Eugen“ in Wien-Döbling wird ein enormes Waffenarsenal sichergestellt. Es handelt sich um insgesamt 106 voll- und halbautomatische Schusswaffen, Maschinenpistolen, Langwaffen, Pumpguns sowie Faustfeuerwaffen. Dazu kommen rund 58.946 Schuss Munition sowie Pfeilmunition zur Bekämpfung von Schutzausrüstung und panzerbrechende Munition. Öffentlich aufgetreten sind die Neonazis mit der Tarngruppe „Döblinger [später: Die] Initiative Autofahrer Rechte“ (DIAR). Aufkleber der Gruppe sind manchmal noch heute in Döbling zu finden. Die Schuldigen kommen äußerst glimpflich davon: Vier Personen werden zu unbedingten Geldstrafen verurteilt.

Dezember 1993: Bei Peter B. wird das bis dahin größte Neonazi-Waffenlager in Österreich seit 1945 sichergestellt

Peter B. wird an der tschechisch-österreichischen Grenze verhaftet. Im Kofferraum hat er dreizehn Gewehre, fünf Pistolen, ein Bajonett sowie literweise Ingredienzen für Nitroglycerin – den Sprengstoff der Briefbomben. Bei den Schwiegereltern B.s stellen Ermittler das damals größte Waffenlager der österreichischen Nachkriegszeit sicher: Schusswaffen, hunderte von Bazookas (Panzerbüchsen), Hand-und Mörsergranaten, 20 Kilo Sprengstoff TNT und jede Menge Munition.

B. wird danach auch wegen Beteiligung an der neonazistischen Briefbombenserie vor Gericht gestellt, hier aber trotz Indizien rechtskräftig freigesprochen. Im gleichen Prozess wird B. zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren wegen neonazistischer Wiederbetätigung verurteilt. B. wird im Dezember 2020 neuerlich in Zusammenhang mit großen Waffenfunden in der Neonazi-Szene verhaftet.

17.01.1992: Wehrsportgruppe in Wien ausgehoben

Im damaligen Hauptquartier der extrem rechten Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AfP) in Wien-Ottakring wird die „Wehrsportgruppe Trenck“ ausgehoben. Gefunden werden NS-Propagandamaterial sowie zahlreiche Gewehre und sonstige Waffen. Die AfP ist bis heute als eingetragene politische Partei aktiv.

Für alle genannten Personen gilt, sofern sie nicht rechtskräftig verurteilt wurden, die Unschuldsvermutung.

Diese Aufzählung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Die Gefahr ist noch weit größer.

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